Enterprise 2.0 Projekte laufen in Deutschland unter anderem Namen

Im Rahmen meiner Vorbereitungen zum Enterprise 2.0 SUMMIT bin ich immer wieder über die Unterschiede zwischen den nationalen Gepflogenheiten in Europa beim Umgang mit dem Thema “Enterprise 2.0” gestolpert. So haben wir ja bewusst E2.0 Projekte aus verschiedenen Ländern Europas für das Programm gesucht, da wir die Annahme haben, dass der kulturellen Hintergrund sehr signifikant für die Einführung und den Projektverlauf solcher Projekte ist. Schließlich setzen diese Projekte ein Umdenken in Bezug auf den Austausch und die Bedeutung von Informationen in den Geschäftsprozessen voraus. Denn es geht bei allen diesen Initiativen um die Transparenzmachung von Wissen und Geschäftsabläufen in der Organisation und um die Aufwertung dieser durch das Feedback anderer Personen aus dem Unternehmen (sprich des Kollektivs).

Bei der Recherche zum Fallstudien-Track ist mir immer wieder aufgefallen, wie unterschiedlich auch mit der Begrifflichkeit des “Enterprise 2.0” umgegangen wird. In Großbritannien und Skandinavien spricht man durchaus vorbehaltlos über E2.0 Initiativen. In Deutschland wie aber auch in Frankreich und Italien spricht man bei den Projekten in der Regel nicht von E2.0-Projekten sondern dem konrekten Anwendungsszenario, welches im Rahmen des Projektes adressiert wird. So z.B. von einem Projekt zur “Flexibilisierung des Informationsflusses” oder einem “Wiki-Projekt zur Verbesserung der Dokumenation im Rahmen des Qualitätsmanagement”. (Siehe hierzu auch meinen Beitrag in unserem Community-Blog “Enterprise2Open” zu der “Classification of Enterprise 2.0 Use Cases“, der ganz gut einen Überblick über die existierenden Anwendungsszenarien bietet!)

Unternehmensweite – sprich Enterprise-orientierte – Ansätze finden sich hier noch recht selten. Ein in die Richtung gehendes Beispiel ist das Enterprise-Wiki-Projekt der Otto-Gruppe, welches von Jan Hendrik Werthmann auf dem E2.0 SUMMIT vorgestellt wird. Letztendlich ist dieses Projekt aber auch nicht als solches entstanden, sondern die “Endstufe” bzw. die Konsequenz des Erfolges vieler kleiner abteilungsorientierten WIki-Projekte. Womit auch gleich eine kritische Erfolgsdimension angesprochen wird, nämlich die der “Einführungsrichtung”: Was ist erfolgreicher – eine zielorientierte Top-Down oder eine Graswurzel-orientierte Buttom-Up-Strategie?

In unserer letzten Tinychat-Session mit Susan Scrupki zu den Erfahrungen der Mitglieder des 2.0 Adoption Council wurde noch einmal deutlich, dass es immer beides sein muss. Sowohl Bottom-Up um überhaupt einmal das entsprechende Engagement einzelner Abteilungen zu erhalten als auch zu einem späteren Zeitpunkt eine geführte Top-Down-Strategie, um die Initiativen unternehmensweit zu verbreiten. Dabei bedarf es auch immer eines “Enterprise 2.0 Catalyst”, der in der Rolle des internen Evangelisten und Vermittlers zwischen den Buttom-Up-Aktivisten und dem Management vermittelt und eine Schrimherrschaft bzw. “Facilitator”-Rolle für die Projekte übernimmt.

Insgesamt ist aber festzustellen, dass man bisher keinen “”Generalstabsplan” für den Erfolg von Enterprise 2.0 Initiativen definieren kann. Der Erfolg steht in Abhängigkeit zur bisherigen “Knowledge Sharing”-Kultur, damit in Bezug auf Mintzberg auch in Abhängigkeit zur Entwicklungsstufe der Organisation und des Organisationsschemas, der Größe und der multinationalen Unterschiede im Unternehmen, dem strategischen Verständnis zum Projekt und damit auch dem definierten “Management” solcher Projekte – denn von alleine entsteht der Erfolg auch bei E2.0-Initiativen auch nicht. (Siehe auch den Artikel zu den strategischen Schlüsselfaktoren für die E2.0 Intitiave in unserem “Enterprise2Open”-Blog)

Es gibt also viel zu tun, daher – packen wir es an! Von unserer Seiten wollen wir die Diskussion zu den Projekten und Strategien mit dem E2.0 SUMMIT ein Stückchen weiterbringen. Insbesondere aus unserem Open-Space mit allen Teilnehmern und Experten zu den Erfolgsfaktoren der Adoption verspreche ich mir da einiges.

Aber wie sehen Sie die Lage bzw. Situation? Ich freue mich auf ein Feedback.


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