Für das Thema Personalisierung muss sehr viel Aufwand in die Kommunikation investiert werden

Auch Frau Petra Möller von Festo konnten wir interviewen und einen Einblick, worum es in ihrem Vortrag beim IOM SUMMIT geht, gewinnen:

Frau Möller – als Projektleiterin Knowledge Management bei Festo stellen Sie uns Ihr Intranet-Portal vor. Können Sie uns kurz drei Begriffe/Schlagworte nennen, mit denen sich Ihr Intranet auszeichnet?

Gerne. Das sind:
1. Zentrale Einstiegsplattform
2. Personalisierung
3. Kombination globaler und lokaler Inhalte

Sie stellen in Ihrem Beitrag die Wichtigkeit der Portal-Personalisierung heraus. Was ist der Hintergrund bzw. die Begründung für diese Wichtigkeit?

Festo ist ein weltweit agierendes Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Fachbereichen. Kollegen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung benötigen dabei täglich völlig andere Inhalte als zum Beispiel Kollegen aus dem Bereich Marketing oder Finanz. Damit jeder Mitarbeiter bei der Fülle der verfügbaren Informationen trotzdem schnell die für ihn relevanten Inhalte im Blick hat, halte ich das Thema Personalisierung für essentiell.

Wie erfolgt Personalisierung in Ihrem Intranet? Welche Möglichkeiten haben Mitarbeiter bei Festo, Inhalte individuell anzupassen und welche Regeln liegen dafür zugrunde?

Die Startseite unseres Intranets kann von jedem Mitarbeiter zu weiten Teilen individuell beeinflusst werden. So kann zum Beispiel auf einem Drittel der Seite aus einer vorgegebenen Auswahl komplett selbst bestimmt werden, welche Inhalte angezeigt werden. Auch der News-Bereich wird individuell angepasst. So kann sich jeder Mitarbeiter auswählen, zu welchen Themen er neben den offiziellen Unternehmensnachrichten zusätzlich informiert werden möchte. Zusätzlich zu dieser individuellen Gestaltung der Startseite hat jede Gesellschaft die Möglichkeit, Inhalte auf lokaler oder regionaler Ebene – also zur Ansicht für alle Mitarbeiter eines Standortes oder einer Region – zu ergänzen.

Was sind die Herausforderungen für solche Ansätze?

Für das Thema Personalisierung muss sehr viel Aufwand in die Kommunikation investiert werden. Optionen, die nicht sofort offensichtlich sind, werden häufig nicht wahrgenommen und es muss separat darüber informiert werden. Dabei gilt es eine Balance zu halten zwischen den Ansprüchen einer Generation, für die Personalisierung und der Umgang mit Technik selbstverständlich ist und anderen Gruppen, die mit vorgegebenen Strukturen einfacher arbeiten können.

Wieviel Raum muss nach Ihrer Ansicht in diesem Konzept für vorgegebene Top-Down festgelegte Inhalte/Funktionsbausteine reserviert sein? Oder sollte das komplett rausfallen?

In einem Unternehmen wird es immer Inhalte geben, die aus Unternehmenssicht an alle Mitarbeiter kommuniziert werden sollen. Meines Erachtens bietet sich hierfür eine Mischung aus individuell festgelegten Inhalten und vorgegebenen Informationen an. Der Vorteil der personalisierten Inhalte ist, dass sie genau dem Arbeitsprofil des Mitarbeiters entsprechen und ihm einen effizienten Zugang zu den von ihm benötigten Informationen liefern. Andererseits schränkt man sich damit auch auf das ein, was den Mitarbeitern in der Regel schon bekannt ist. Neue Anwendungen, Informationsplattformen oder Informationen zu aktuellen Aktivitäten können besser über vorgegebene Inhaltsbereiche kommuniziert werden. Die Kombination beider Elemente auf einer Seite erlaubt, dass Mitarbeiter auch die top-down Informationen mitbekommen, da sie aus Interesse an ihren persönlichen Inhalten die Seite regelmäßig aufrufen.

Ist das personalisierte Einstiegsportal ein elementares Modul des digitalen Arbeitsplatzes?

Ja. Nur so kann jeder Mitarbeiter gemäß seiner persönlichen Arbeitsweise und seinem Aufgabengebiet effizienten Zugang zu benötigten Informationen erhalten.

Der Vortrag “Festo WeNet: Das Intranet als weltweites Einstiegsportal in eine personalisierte Arbeitswelt” von Frau Möller findet im Themenblock Informationsportal am 20. Juni um 9:00 Uhr statt.

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