Digitale Arbeitswelt der Zukunft – zwischen Dystopie und Utopie!?

http://pixabay.com/de/berlin-mahnmal-holocaust-102485/

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Bei der re:publica 2013 hat Johannes Kleske einen schönen Beitrag zur Entwicklung der Arbeitswelt im Gesamtkontext der Digitalisierung und Automatisierung gegeben. Der Zuschnitt des Beitrages ist sehr weit gesteckt und damit auch eher schwierig in der konkreten Aussage. Im Kern stellt er dabei die Frage, ob sich die Arbeitswelt im Ganzen eher einem den Menschen durch Daten und automatisierten Prozessen kontrollierenden (als dystopische Vision) oder befreienden (als utyopische Vision) Zustand entwickelt.

Ich vermisse in der Betrachtung ein wenig die Effekte der digitalen Vernetzung. Johannes Kleske stellt mir zu sehr auf die rein strukturell bedingten Effekte der Digitalisierung auf die Volkswirtschaft ab. Wenn wir bei dieser “Helikopter-Betrachtung” bleiben, so fehlen mir die Effekte der sozialen Vernetzung in der Gesellschaft und in den Unternehmen, die ja schließlich auf einer weiteren Ebene zu Veränderungen der Zusammenarbeit, den Wissensaustausch und damit auch für das im Beitrag erwähnte “Engagement” der Mitarbeiter führt.

Weil Johannes Kleske in seinem Beitrag den US-Soziologen Jeremy Rifkin anführt, will ich das auch tun: Dieser skizziert ja in seinem Buch von der “empathischen Gesellschaft” genau das Zusammenrücken der digital-sozial vernetzten Individuen und erklärt damit soziologisch die “positiven Netzeffekte”, bei der die Vernetzung für den Einzelnen die Möglichkeiten bietet, “mehr mitzubekommen”, “mehr zu wissen” und damit theoretisch wieder mehr Einfluss nehmen zu können. In seinem Fazit (bei 00:38:09) kommt Johannes Kleske in seiner Argumentation dann auch zu dem Punkt:

Wenn unsere Arbeit heute maschineller wird, können wir sie morgen menschlicher machen. (Johannes Kleske)

Was halt oftmals fehlt, ist die praktische Heranführung der Individuen an dieses theoretische Potential der “Mehr-Partizipation” sowie aber auch die Gestaltung des organisatorischen Wandels. Dabei reicht es nicht nur das Top-Management zu überzeugen und eine Infrastruktur bereitzustellen. Vielmehr fehlt es in den meisten Projekten an Experten für die aktive Förderung der Teilnahme in den digital-sozialen Umgebungen – sprich den internen Community & Adoption ManagerInnen, welche die Strategien und Konzepte entwickeln, um die Mitarbeiter an die Hand zu nehmen und den organisatorischen Wandel zu gestalten.

Diese Personen entscheiden IMHO darüber, ob die digitale Arbeitswelt der Zukunft statt zur “Dystopie” doch zur “Eutopie” führt! Oder wie seht/sehen Ihr/Sie das?


PS.: Beim IOM SUMMIT am 25./26. September und dem vorgeschalteten EWO-Award am 24. September wollen wir uns einmal mehr mit Projekten beschäftigen, die diesen Weg “gestalten”. Siehe hierzu auch den Call-for-Partizipation in unserem Corporate-Blog “Wie sieht die Zusammenarbeit der Zukunft aus?” und dem Bewerbungsaufruf zum Award der “Exzellenten Wissensorganisation”.