Bernhard Zöller: Markt muss für Anwender transparenter werden

Bernhard_Zoeller

Unser nächster Interviewpartner Bernhard Zöller kommt aus dem klassischen Bereich des Enterprise Content Managements, den nicht jeder sofort mit Social Business verbindet. Doch Unternehmen sehen sich auch in diesem Bereich Herausforderungen aus der “Social-Welt” gegenüber.

Bernhard Zöller ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Geschäftsbereichs ECM im BITKOM und Geschäftsführer der Zöller & Partner GmbH, einer auf Enterprise Content Management spezialisierten Beratungsfirma. B. Zöller hat über 25 Jahre Erfahrung mit ECM-Technologien inkl. Dokumenten Management, elektronische Archivierung und Content Prozess Management.

Wo stehen wir beim Thema “Social Collaboration/Business” in Deutschland?

Noch am Anfang. Diejenigen Unternehmen, die Zielgruppen adressieren, die sie auf anderen Kanälen nicht mehr erreichen nutzen natürlich die neuen Werkzeuge. Aber abgesehen von diesen außenorientierten Marketing-Funktionen sind die meisten Unternehmen eher in der Beobachtungs- oder Testphase. Es ist für viele Unternehmen auch schwierig hier schon geschäftskritische Anwendungen aufzubauen, weil sich die Produkt- und Anbieterseite ständig ändert. Das ist sicherlich ein Markt in der Frühphase seine Entwicklung.

Was sind die Herausforderungen für 2014?

Der Markt muss für die Anwender transparenter werden, d.h. die Anwender benötigen Planungssicherheit und dazu gehört auch zu wissen, ob eine bestimmte Komponente in einem Jahr noch verfügbar ist. Beispiel Microsoft. Derzeit sind Messaging, Collaboration und Social Funktionen noch in drei Systemen (Lync, SharePoint und Yammer) verteilt, mit teilweise Überlappungen. Es ist kaum vorstellbar, dass das so bleibt. Zu mehr Transparenz gehört aber auch, dass ein Konsens über die Begrifflichkeiten entsteht. Wenn ein Begriff trendy genug ist, positionieren sich Anbieter gerne auch zu diesen Schlagwörtern. Daher sind ein normales Archivsystem dann auf einmal eine Business Collaboration Plattform nur weil mehrere Leute gleichzeitig auf Akten zu zugreifen können. Das ist lächerlich und kontraproduktiv, weil solche Missverständnisse die Verbreitung verzögern.

Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?

Übersicht & Orientierungshilfe, Begriffsklärung, damit nicht jeder etwas anderes meint.

Vielen Dank für das Interview, Herr Zöller!

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.