Jan Marquardt: “Soziale Unternehmensnetzwerke sind essentieller Bestandteil einer digitalen Transformation”

Jan MarquardtIn unserer Interviewreihe zum aktuellen Stand, den Herausforderungen und der Diskussions zu Social Business haben wir heute Jan Marquardt als Interviewpartner.

Jan Marquardt gründete mit 21 Jahren das Softwareunternehmen mindsmash in Hamburg, das heute mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigt. Gemeinsam mit seinem Team konzipiert und entwickelt er die Social Intranet Software “Coyo”, die heute bei über 1000 Kunden weltweit eingesetzt wird, darunter Unternehmen wie Bertelsmann, Airbus oder Tengelmann. Der Fokus seiner Tätigkeit liegt dabei auf der strategischen Einführung von Enterprise Social Networks in Unternehmen. Dazu gehört die Analyse möglicher Einsatzgebiete, die betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung sowie die Erarbeitung konkreter Umsetzungsstrategien für Enterprise Social Network Projekte.

Wo stehen wir beim Thema “Social Collaboration/Business” in Deutschland?

Viele Unternehmen in Deutschland begreifen erst langsam, dass soziale Unternehmensnetzwerke mittlerweile zur Standardausstattung für die interne Kommunikation sowie für Social Business insgesamt gehören sollten. Dies liegt zum einen daran, dass viele – von Unternehmen häufig voreilig eingeführte – Lösungen bisher zu komplex und IT-basiert waren und zum anderen der Kosten-Nutzen-Faktor als schwer kalkulierbar galt. Darüber schrecken zahlreiche weitere Faktoren immer noch viele Unternehmen ab: Ein passendes Tool muss gefunden und implementiert werden und sich in die vorhandenen Strukturen einfügen, Mitarbeiter müssen geschult werden. Diese als auch die Führungsetage müssen die neuen transparenten Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit annehmen, die zukünftig in beide Richtungen funktionieren soll und bei der alle Mitarbeiter eine Stimme haben. Darüber hinaus erkennen viele Entscheider bisher nicht die Relevanz von Social Business Lösungen für ihre Unternehmensziele. Aber auch da befinden wir uns zurzeit an einem Wendepunkt.

Was sind die Herausforderungen für 2014?

Soziale Unternehmensnetzwerke sind essentieller Bestandteil einer digitalen Transformation von Unternehmen: wer konkurrenzfähig bleiben will, kann sich dem langfristig nicht entziehen. Die größten aktuellen Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von entsprechenden Tools sind der Umgang mit den enormen Datenmengen, intelligente Suchfunktionen, Schnittstellen für externe Services und natürlich der Sicherheitsaspekt.
Social Business Anwendungen müssen nicht alles können, sondern hochgradig anpassbar und im Hinblick auf Funktionsumfang und Usability an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet sein. Wir brauchen einfache, schlanke und vor allem flexible IT-Lösungen, die den nötigen Kulturwandel in Unternehmen unterstützen und nicht abwürgen.

Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?

Es sollten vor allem die konkreten Vorteile für alle Beteiligten in den Mittelpunkt gestellt werden. Das beinhaltet zum einen Diskussionen über Transparenz in der Unternehmenskommunikation, Mobilität und BYOD, den verantwortungsvollen Umgang mit Daten im Unternehmen und nicht zuletzt über die Sicherheit von Social Business Anwendungen im Allgemeinen. Zum anderen sollte die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten von Projekt- Innovations- und Wissensmanagement über Vertrieb und Kundenbeziehungen bis hin zum Recruiting aufgezeigt werden – das Ganze natürlich am besten immer mit Best Practices.

Vielen Dank für das Interview, Herr Marquardt

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.