Tim Mikša: Akzeptanz für digitale sozialvernetzte Arbeitsweise ist wichtigster Erfolgsfaktor

Tim MikšaUnser nächstes Interview in unserer Reihe zur “Digital Workplace Revolution 2015” für die Social Business Arena auf der CeBIT ist mit Tim Mikša von Netmedia. Tim Mikša gilt seit Jahren als Vordenker des Social Workplace. Als Gründer von netmedia verantwortet er die Strategieberatung und hilft Unternehmen bei der digitalen Transformation. Seine Themen sind effektive Strategien für die vernetzte Arbeitswelt und Führungskonzepte durch Leadership 2.0. Seine Leidenschaft sind digitale Innovationen und spannende Ideen.

1. Was steckt für Dich hinter den Schlagworten “Social Collaboration”, “Enterprise 2.0” und “Digital Workplace”? Was ist Deine/Ihre Erklärung für das Thema und seine Bedeutung?

Die Schlagwörter umschreiben den technologischen Part der sozial vernetzten Arbeitsumgebung, dem Social Workplace. Unternehmen, die die Evolution der Arbeit erkennen und sich digital transformieren, werden erfolgreich sein. Diejenigen Unternehmen, die die Auswirkungen der vernetzten Welt auf ihr Business und ihre Arbeitsweise nicht sehen oder sehen wollen, werden nicht überleben.

2. Warum sind bei diesem Thema auch Ende 2014 noch keine substantiellen Erfolge und Veränderungen in der Breite der Unternehmen zu erkennen?

Der Weg zum Social Workplace ist eine strategische Entscheidung und muss als solche aktiv vom Management gefällt und unterstützt werden. Die Bereitschaft für den Invest in das Thema ist abhängig vom Bewusstsein für das Geschäftspotential der sozial vernetzten Arbeit. Zudem erfordert es viel Mut, die notwendigen organisatorischen Änderungen hinsichtlich Führungsverhalten, Mitarbeitereinbindung und transparenter Kommunikation anzugehen. Nur dadurch wird das Thema auf allen Ebenen des Unternehmens und in der Breite akzeptiert und somit erfolgreich sein. Die Veränderungsbereitschaft kommt bei vielen erst dann, wenn der Druck groß genug ist. Siehe hierzu: “Bislang nur taktische Experimente im Enterprise 2.0″ (Silicon.de)

3. Was macht für Dich eine gute Strategie zum Thema “Social Collaboration” & “Digital Workplace” aus?

Die Akzeptanz für eine digitale sozialvernetzte Arbeitsweise ist der wichtigste Erfolgsfaktor, den die Strategie auf allen Ebenen als Ziel haben muss. Auf der Businessseite muss sie hierfür den geschäftlichen Mehrwert adressieren. Auf der operativen Ebene müssen die organisatorischen und kulturellen Herausforderungen und die Einbindung der beteiligten Abteilungen berücksichtigt werden. Für die technische Umsetzung bedarf es eines übergreifenden integrativen Ansatzes für digitale Arbeit und einer guten Einführungsstrategie. Siehe hierzu: Akzeptanz von Social in Unternehmen – Erfolg ist planbar (Silicon.de)

4. Gibt es für Dich Prozessfelder, wo für das Thema relativ sicher “Quick Wins” erzielt werden können?

Social kann in ganz unterschiedlichen Unternehmensbereichen und Anwenderfällen sehr großen Mehrwert bieten. Häufige Einsatzbereiche sind heute Sales, CRM, Innovation und interne UK. Aber es gibt auch kleinere „Quick Wins“: Zum Beispiel die fachliche Abstimmung zwischen Personen aus unterschiedlichen Standorten, die über die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung zueinander finden und zusammenarbeiten. Beliebt sind auch Crowd-Innovation Anwendungsfälle. Dabei können sich praktisch alle Mitarbeitende mit ihren Ideen und Lösungsansätzen für konkrete geschäftliche Probleme einbringen.

5. Was ist Deine zentrale Empfehlung für die Einführung und Etablierung dieser Konzepte im Unternehmen?

Wir helfen seit vielen Jahren einer Reihe von Unternehmen auf dem Weg zum Social Workplace. Daraus ist ein Vorgehensmodell entstanden, das es ermöglicht, alle wichtigen Faktoren zu berücksichtigen und schnellstmöglich für breite Akzeptanz zu sorgen. Zudem zeigt die Erfahrung, dass das Thema viel Impuls und Moderation von extern benötigt. Die beste Empfehlung lautet daher: Mit den netmedianern sprechen. 🙂

Vielen Dank für das Interview, Tim!

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.