Benedikt Neunkirch: Corporate Community Management wesentlich für Digital Workplace

Benedikt NeunkirchUnser nächstes Interview in unserer Reihe zur “Digital Workplace Revolution 2015” für die Social Business Arena auf der CeBIT ist mit Benedikt Neunkirch von mixxt. Benedikt ist bei mixxt für Öffentlichkeitsarbeit und Online-Marketing zuständig. Er twittert, bloggt und schreibt für mixxt und über die neue Social Intranet Lösung “tixxt“. Nach seinem Studium Media Management mit den Schwerpunkten Kommunikation & Marketing Management in Köln ist er seit April 2013 überzeugter mixxtler. Zuvor hatte er sich von der Idee verabschiedet seinen Lebensunterhalt mit seiner Band zu verdienen. Darauf folgten Stationen im Radio (Bonn & Berlin), beim Fernsehen und in der Lebensmittelbranche, ehe es als Projektmanager in die Softwarebranche ging. Benedikt ist ein Hochleistungspassivsportler mit den Schwerpunkten Fuß- und Basketball. Außerdem ist er Qualitätsjunkie, sowohl am Schreib- als auch am Kickertisch.

1. Was steckt für Dich hinter den Schlagworten “Social Collaboration”, “Enterprise 2.0” und “Digital Workplace”? Was ist Deine Erklärung für das Thema und seine Bedeutung?

Social Collaboration ist viel mehr als nur ein Enterprise Social Network. Es steht für Zusammenarbeit über Hierarchie- oder Altersgrenzen hinweg. Im Optimalfall verläuft die Zusammenarbeit schnell und lösungsorientiert ohne andere Abteilungen oder Experten erst um Amtshilfe bitten zu müssen. Social Collaboration hilft effektiver zu arbeiten, unkomplizierter zu kommunizieren und mehr Raum für Kreativität und Innovation zu haben. Der Digital Workplace ist vor allem eines: Ortsunabhängig. Arbeiten kann jeder dort, wo er sich gerade aufhält. Vertrauensarbeitszeit und Home-Office machen jetzt erst so richtig Sinn.

2. Warum sind bei diesem Thema auch Ende 2014 noch keine substantiellen Erfolge und Veränderungen in der Breite der Unternehmen zu erkennen?

Doch die gibt es. In der Breite gibt es tatsächlich nicht viel zu entdecken. Gerade in Deutschland geht das nicht von heute auf morgen. Wir freuen uns über Erfolge in einigen Disziplinen: Viele Unternehmen setzen ESNs ein und optimieren damit interne Prozesse. Wir sind zuversichtlich, dass immer mehr Unternehmen in Zukunft mutiger werden und Ihre Prozesse modernisieren.

3. Was macht für Dich eine gute Strategie zum Thema “Social Collaboration” & “Digital Workplace” aus?

Mut zur Mitbestimmung jedes Einzelnen. Kern einer guten Strategie ist es sich dem Kulturwandel im Unternehmen bewusst zu sein, der mit einer Social Collaboration Plattform einhergeht und nicht wie bei jedem beliebigen Change Projekt zu denken. Big Bang Launches, bei denen alles auf einmal gestartet wird, sind keine gute Idee. Expertenrat von Außen einzuholen, kann nicht schaden. Wesentlich ist auch die Begleitung durch ein dauerhaftes Corporate Community Management, das vor allem moderiert, Impulse gibt, neue Prozesse schafft und bestehende Prozesse im Social Intranet abbildet und verbessert.

4. Gibt es für Dich Prozessfelder, wo für das Thema relativ sicher “Quick Wins” erzielt werden können?

Je nach Unternehmen kann das stark unterscheiden. Erfahrungsgemäß bieten sich hier das Vorschlagswesen und das Ideenmanagement an. Hier gibt es häufig wenig starre Prozesse, die geopfert werden müssen. Daher beobachten wir hier auch die höchsten Akzeptanzwerte. Ebenfalls sind FAQs und andere Frageformate sehr zu empfehlen und kritisch für die ersten Vertrauensgewinne.

5. Was ist Deine zentrale Empfehlung für die Einführung und Etablierung dieser Konzepte im Unternehmen?

Zwingen Sie Ihren Mitarbeitern nichts auf. Es heißt nicht umsonst „Social“ Collaboration. Software braucht Akzeptanz. Diese Akzeptanz kommt durch zwei Wege: 1. Typische Frustfaktoren dürfen nicht aufkommen Das Bedienerlebnis, unverständliche Oberflächen, komplizierte Abläufe aber auch Intransparenzen in der Funktionsweise und der Erwartungshaltung sind Gift für die ersten neugierigen Nutzer und potenziellen Multiplikatoren. 2. Aktiver Aufbau von Vertrauen Sammeln Sie erfolgreiche Beispiele und machen Sie diese transparent, das schafft Vertrauen. Feedback sollte immer gesammelt und ernst genommen werden. Außerdem ist es wichtig auf Feedback auch zu reagieren. So fühlen sich alle wert geschätzt. Sehr hilfreich ist ein aktives Vorleben durch das Management. Wenn das Management Social Collaboration Software selber nutzt, färbt dieses Vertrauen auch auf andere Mitarbeiter ab.

Vielen Dank für das Interview, Benedikt!

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.