Siegfried Lautenbacher: Jedes Unternehmen hat andere Voraussetzungen bei Social Collaboration

Siegfried LautenbacherDer nächste Interviewpartner in unserer Reihe “Digital Workplace Revolution 2015” zu Social Collaboration, Enterprise 2.0 und den Digital Workplace für die Social Business Arena auf der CeBIT ist Siegfried Lautenbacher. Siegfried Lautenbacher ist Mitgründer und Geschäftsführer der Beck et al. Services GmbH. Seit langem im Bereich Social Business aktiv, gilt sein Hauptaugenmerk der Wirksamkeit von Zusammenarbeit auf den Geschäftserfolg. Die Auswirkungen der Digital Transformation auf Zusammenarbeit, Workplace, Informationsüberflutung und der Rolle der IT im Unternehmen sind seine derzeitigen Kernthemen.

1. Was steckt für Dich hinter den Schlagworten “Social Collaboration”, “Enterprise 2.0” und “Digital Workplace”? Was ist Deine Erklärung für das Thema und seine Bedeutung?

Für mich bedeutet Enterprise 2.0 die Weiterentwicklung von Unternehmen unter den Aspekten von Handlungsmöglichkeiten, die sich als wertschöpfend herausgestellt haben und sich der Techniken, Methoden und Prozessen des Web 2.0 sowie Social Web bedienen. Social Collaboration bezeichnet spezieller die Methode der Zusammenarbeit im Unternehmen über entsprechende Möglichkeiten und digitale Plattformen. Dabei steht ganz klar im Vordergrund, dass diejenigen Menschen gemeinsam arbeiten, die kollaborativ Aufgaben zu lösen haben, Produkte erstellen oder Dienstleistungen erbringen. Natürlich auch über die Unternehmensgrenzen hinaus mit Partnern, Kunden, Lieferanten, etc. Die Einbindung aller technischen Anwendungen am Arbeitsplatz und schließlich die vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten im Rahmen der Teamarbeitsplätze sehe ich als Konfiguration des bzw. der Digital Workplace. Das war die kurze Antwort. Mehr dazu in dem Blog-Beitrag “Schlagwortmix für den Arbeitsplatz – Social Collaboration, Enterprise 2.0 und Digital Workplace“, der auf Anregung dieses Interviews entstand.

2. Warum sind bei diesem Thema auch Ende 2014 noch keine substantiellen Erfolge und Veränderungen in der Breite der Unternehmen zu erkennen, wenn es so zentral ist?

Ist das wirklich so? Gut, die Unübersichtlichkeit des Anbietermarktes an Social Software macht es für Mittelständler ohne großen Stabsapparat sicher nicht leichter. Aus meiner Sicht gibt es schon ganz viele erfolgreiche Umsetzungen, die wir in unserer Social Filterblase vielleicht gar nicht wahrnehmen, weil sie nicht marktschreierisch unter den Schlagworten Digitalisierung, Transformation oder was auch immer vermarktet werden. Ich kann für die „Breite der Unternehmen“ daher keine Aussage treffen. Ich finde auch, dass wir uns eher mit dem beschäftigen sollten, was funktioniert und wo es positive Resultate gibt. Kleine Erfolge feiern und fördern ist unsere Devise für 2015. Denn am Ende werden es erfolgreiche Umsetzungen sein, die Andere zum Handeln inspirieren und nicht wir Tanzmariechen der Beraterszene.

3. Was macht für Dich eine gute Strategie zum Thema “Social Collaboration” und bezüglich eines “Digital Workplace” aus?

Sie muss wirksam sein. Wir glauben, dass dafür die ehrliche Bestimmung des Ausgangspunktes wesentlich ist. Unser Social Readiness Check ist auch im 4. Jahr immer noch gut nachgefragt und wird zur Social Business Arena in einer überarbeiteten Version vorgestellt. Der zweite konstituierende Punkt für eine wirksame Strategie ist die Verknüpfung mit den Unternehmenszielen. Was den Digital Workplace angeht: da empfehlen wir zunächst mal eine Begriffsklärung. Oftmals verwenden die einschlägigen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens den Begriff total unterschiedlich. Das macht eine Strategie mühsam. Zu guter Letzt: Bei der Planung des Change muss auch dafür gesorgt werden, dass die Kenntnis der Methoden und die Bereitschaft zum Handeln beim Inhaber des Digital Workplace existieren, gefördert – und auch gefordert werden. Zum Stand in den Unternehmen und zu erfolgreichen Strategien gibt es einen guten Blogbeitrag eines meiner Kollegen: “Erfolgreiche Strategien für einen Digital Workplace“.

4. Gibt es für Dich Prozessfelder, wo für das Thema relativ sicher “Quick Wins” erzielt werden können?

Es ist eine gute Idee, zunächst die „sicheren“ Quick Wins anzugehen. Manchmal wird man dadurch aber dazu verleitet, das große Ziel aus den Augen zu verlieren, gerade wenn man dazu aus der „Comfort Zone“ heraus müsste. Eine generelle Aussage traue ich mir dazu nicht zu machen, denn jedes Unternehmen hat andere Voraussetzungen und damit andere Chancen für „Quick Wins“.

5. Was ist Eure/Ihre zentrale Empfehlung für die Einführung und Etablierung dieser Konzepte im Unternehmen?

Da halten wir es mit Meister Yoda: „Do or do not. There is no try“.

Vielen Dank für das Interview, Sigi!

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.