Katharina Brogsitter (netmedia): Business, Organisation und Technik sollten Hand in Hand gehen.

In unserem heutigen Partner-Interview dürfen wir die Antworten von Katharina Brogsitter präsentieren. Katharina ist Social Workplace Consultant bei netmedia. Für sie ist die Geschäftsprozesssicht ein wichtiges, aber oft vernachlässigtes Detail bei der Strategieplanung des Digital Workplace. Im Interview stellt sie zudem die Bedeutung einer ganzheitlichen Sicht heraus. Katharina Brogsitter

1) Was steckt für Sie hinter den Schlagworten “Digital Workplace”, “Transformation der Arbeit”? Was ist Ihre Erklärung für das Thema und seine Bedeutung?

Hinter den Begriffen verbergen sich aus meiner Sicht viele Facetten, die den Wandel einer Organisation beschreiben. Unternehmen sind kontinuierlich auf der Suche nach Methoden Prozesse noch schlanker und effektiver umzusetzen. Der Digital Workplace, durch den digitale und zugleich sozialvernetzte Zusammenarbeit ermöglicht werden, ist die Antwort auf Ebene der Mitarbeiterinteraktion. Die Arbeit wandelt sich damit hin zu themen- und kundenorientierter Zusammenarbeit. Gleichzeitig werden Mitarbeitern neue Formen der Arbeitsgestaltung eröffnet, die vorher nur durch große technische Bemühungen möglich waren. Dadurch erhält das Thema auch zunehmend an Bedeutung bei Unternehmen, um nicht zuletzt auch konkurrenzfähig zu bleiben.

2) Warum muss man auch 2015 noch über die Grundlagen der Transformation der Arbeit in den Unternehmen aufklären?

Das ist recht einfach zu erklären. Grundsätzlich ist diese Art der Arbeitstransformation mit einer dahinter stehenden Technologie umsetzbar. Wie bei jeder technologischen Neuheit gibt es auch hier den Lebenszyklus der Technologieadaption. Die Innovatoren haben sich schon länger transformiert. Momentan ziehen die Early Adapter nach. Ganz besonders wenn eine Unternehmensstrategie diesen fundamentalen Wandel der Arbeitswelt nicht begünstigt, ist es schwierig einen Social Workplace durchzusetzen. Das ist auch der Grund, warum wir in vielen Organisationen noch Missionierungsarbeit leisten müssen. Das Thema haben bedauerlicherweise noch nicht alle Unternehmen auf dem Radar.

3) Was macht für Sie eine gute Strategie zum Thema “Transformation der Arbeit” & “Digital Workplace” aus?

Ob eine Strategie gut war lässt sich bekannter Weise erst rückblickend bewerten. Umso wichtiger ist es, daher bei der Strategieentwicklung die Komfortzone zu verlassen und echte Visionen für das Unternehmen zu entwickeln. Dazu dürfen auch gerne abgehobene Gedanken zählen. Ideen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht für möglich gehalten werden. Erstaunlicherweise lässt das Gedankengut einer Organisation gerade diese besonders außergewöhnlicheren Visionen tatsächlich wahr werden. Der Blick von oben ist dabei zentral. Zu beachten ist allerdings auch, dass, je größer eine Organisation ist, umso schwieriger der Wandel wird. Die richtige Mischung aus neuartigen Gedanken und eine Aufteilung in verdauliche Häppchen für die Organisation macht aus meiner Sicht eine gute Strategie aus.

4) Gibt es für Sie Prozessfelder, wo für das Thema relativ sicher “Quick Wins” erzielt werden können?

Die einfachste Antwort wäre an dieser Stelle „im Vertrieb“. Zumindest bekommen Unternehmen den Erfolg hier zügig monetär zu Gesicht. Viel spannender ist aber doch die Betrachtung aus nicht-monetärer Sicht, Quick-Wins, die nicht auf dem Jahresabschlussbericht ausweisbar sind. Mir fällt das Thema Mitarbeiterzufriedenheit ein. Zufriedene Mitarbeiter bleiben durchschnittlich länger in einem Unternehmen, als nicht zufriedene Mitarbeiter. Besonders Mitarbeiter meiner Generation schätzen es, wenn sie Möglichkeiten des Austausches, welche Sie aus dem privaten Umfeld gewohnt sind, auch in ihrem Arbeitsumfeld wiederfinden. Die Möglichkeit sich innerhalb eines Unternehmens an unterschiedlichen Stellen einbringen zu können, oder auch neuartige Ideen platzieren zu können, schätzen viele Wert. Entsprechend erhöht sich bei entsprechender Würdigung die Bindung zu einem Unternehmen.

5) Was ist Ihre zentrale Empfehlung für die Einführung und Etablierung dieser Konzepte im Unternehmen?

Wichtig ist es, Schnellschüsse zu vermeiden. Es kann sein, dass der Druck auf das ein oder andere Unternehmen so groß sein mag, dass schnelles Handeln erforderlich ist. Wesentlich schonender ist es jedoch, mit einem klaren Blick heran zu gehen und langfristig zu denken. Darüber hinaus ist der ganzheitliche Blick fundamental. Business, Organisation und Technik sollten Hand in Hand gehen. Erst dann ist ein Erfolg in greifbarer Nähe.

6) Welche Erwartungen haben Sie an den SUMMIT?

Es gibt viele gute Praxisbeispiele von Projekten. Meine Erwartung an den SUMMIT ist aber, dass auch mal ein Einblick gegeben wird, was beispielsweise nicht so gut lief. Jede Organisation ist in ihrer Form einzigartig. Daher können positive Beispiele nicht 1:1 übernommen werden. Fehler machen aber erstaunlicherweise viele Unternehmen die gleichen. Sich über diese auszutauschen würde einen echten Mehrwert liefern.




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