#ioms15 – Kurzrückblick auf den ersten Tag: Empfehlungen für das Veränderungsmanagement!

Der IOM SUMMIT 2015 steht dieses Jahr einmal mehr im Zeichen der “Transformation” – sprich in der intensiven Diskussion, wie mit sozialen Plattformen bzw. sozialen Erweiterungen des allgemeinen digitalen Arbeitsplatz die Zusammenarbeit und letztendlich die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gefördert und gesichert werden kann. Wie jedes Jahr haben wir auch in diesem Jahr spannende Keynote-Vorträge mit einem Überblick zum Status-Quo und der Herausarbeitung von wichtigen Erfolgsfaktoren für die Entwicklung und das Veränderungsmanagement mit einer Vielzahl von Erfahrungsberichten gepaart.

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Allgemein bezeichnend ist, dass sich mittlerweile ein allgemeines Verständnis etabliert hat, dass die Initiativen und Anstrengungen nicht mehr als zeitlich terminiertes Projekt, sondern insgesamt als “Reise” oder “Programm” verstehen. Die Erfahrungsberichte können damit auch nicht als “Abschlussberichte”, sondern vielmehr als “Zwischenberichte” verstanden werden. Ferner herrscht auch in den Diskussionen auch ein einvernehmliches Verständnis von der “Nicht-Existenz von Best-Practices” vor. Es gibt weder den einen Königsweg – noch konnte bisher irgendein Unternehmen eine vollständige Erfolgsgeschichte abliefern. Der Weg in die digitale Arbeitswelt, neue Formen der Zusammenarbeit und einem neuen Organisations- und Kulturverständnis ist für alle “steinig”, keinesfalls abgeschlossen und in keinem Unternehmen vollständig perfekt gelaufen.

Erste “Take-Aways” aus den Plenumsvorträgen

Im Folgenden habe ich ein paar (mir subjektiv wichtige) Aussagen festgehalten – hier braucht es definitiv aber noch eine detailliertere Aufarbeitung:

  • Emanuele Quintarelli: Neben dem Verständnis der transformatorischen Möglichkeiten der Social Technology und den Anforderungen an die Unterstützung von Veränderungsprozessen auf individueller und organisatorischer Ebene von Arbeitsweisen und Werten braucht es (als dritten Baustein) eine klare Ausrichtung des Einführungsmanagements (Adoption) auf die konkrete Geschäftsprozessunterstützung (Projektleitung muss mit konkreten Use Cases Geschäftsprozesse unterstützen und verbessern und konkrete Werte schaffen!).
  • Isabel de Clercq: Knowledge Sharing ist der Schlüssel für den Transformationsprozess – muss aber spezifisch gefördert werden. Für den individuellen Knowledge Sharing Prozess braucht es eine Befähigung und Raum/Zeit für Ausübung und Praxis.
  • Francois-Régis d’Anselme (ATOS): Konsequente Maßnahmenprogramme wie das ZeroEmail bei Atos ermöglichen ein schnelles Ausschalten von nicht erwünschten Verhalten durch Veränderungsdruck von oben – die individuelle Veränderung muss aber mit einem “Gärnter”-Prozess von unten unterstützt werden. Nur die Devise von oben führt alleine nicht zum Erfolg.
  • Kevin Austin (SHELL): Ein Veränderungsprozess kann nicht aufoktruiert werden, sondern muss stetig wachsen. Wichtig sind dabei “Champions” im “Feld”, die den Mitarbeiter die neues Arbeitsweisen im Kontext des Arbeitsalltag nahelegen und damit überzeugen.
  • Stephan Rathgeber (MANPOWER): Wichtiger Erfolgsfaktor ist die Vorbild- und Vorlebefunktion des Top-Management – nur “Support” reicht nicht aus. Ferner kann digitale Zusammenarbeit nur dort effektiv funktionieren, wo die Zusammenarbeitenden sich real kennen und vertrauen.
  • Rainer Gimbel (EVONIK): Damit die digitale Zusammenarbeit als neues Arbeitsverhalten nachhaltig akzeptiert wird, braucht es ein gewisses Momentum (kritische Masse), die praktisch zeigt und belegt, welchen Nutzen die neue Arbeitsweise bietet. Das Momentum muss mitunter unter dem Radar aufgebaut werden – hier können dann auch “Fehler” gemacht werden, die den gesamten Adoptionsprozess nicht beeinträchtigen. Fazit: Es braucht keinen Chief Digital Officer, sondern ein Chief Digital Network – was die digitale Transformation vorlebt.
  • Udo Walz (AOK): Wenn die Social-Plattform zur zentralen Wissensressource für die Prozessarbeit (insb. Kundenberatung) wird, dann hat sie einen zentralen Business-Nutzen und wird genutzt. Das bedeutet – alle Wissensressourcen sollten zum Start dorthin überführt werden. Azubis sind dabei “super für manuelle Migration von Inhalten” und nebenbei lernen sie unendlich viel! (Zitat Udo Walz und Kommentar Anja Wittenberger)

Impressionen aus den Workshops “Methoden & Konzepte für die Transformation der Arbeitsorganisation”

Als interaktives Element am ersten Tag des IOM SUMMIT gab es diesmal verschiedene parallele Workshop-Sessions mit spezifischen Einzelthemen zum Projekt- und Transformationsmanagement. Die Sessions waren – gemäß der Teilnahme und dem Lautstärkepegel der Diskussionen – allesamt interaktiv und inspirierend.

Unsere Workshop-Leiter in Action!

Posted by IOM SUMMIT on Wednesday, September 30, 2015

Und hier ein paar Scribbles vom Workshop mit Anja Wittenberger:

Weitere Impressionen via Twitter:

Als abschließendes Fazit stelle ich persönlich fest, dass das Programm am ersten Tag noch einige offene Diskussionspunkte (für zukünftige Veranstaltungen) offen ließ – wie z.B. Erfahrungen zur stärkeren Verzahnung von Social-Ansätzen mit den Geschäftsprozesssystemen oder konkrete Maßnahmen zum Aufbau von Multiplikatoren-/Champion-Netzwerken für die Adoption (aka Guide-Konzept von Continental) – aber insgesamt schon eine runde Sache war.