Change Management – Da müssen Sie jetzt durch!

Das war der Titel des Workshops von Felix Schröder, Principal Consultant bei HIRSCHTEC, beim IOM Summit 2015. Obwohl der Summit nun ja bereits einige Wochen zurückliegt, wollten wir bei Felix Schröder doch noch einmal nachhören: Wie kamen die Teilnehmenden denn so durch’s Change Management?

Die kontinuierliche Arbeit durch das Tal der Tränen

Change Management #ioms15

Kaum jemand, der noch nicht in der einen oder anderen Form von Change Management zumindest gehört hat, und auch kaum jemand, der nicht weiß: ja, ist wichtig, muss gemacht werden.

Die Praxis sieht aber leider oft anders aus, weiß Felix Schröder aus vielen Projekten zu berichten. Bei der Fokussierung auf den Roll Out eines Intranets als das große Ereignis bleibt das Change Management leider nur allzu oft auf der Strecke: Zu kleine Budgets ermöglichen kaum Handlungsspielraum, und der Change wird vielfach während des Projektes einfach vergessen. Dass damit Change-Maßnahmen auch nach Roll Out gleichsam vom Tisch sind, versteht sich fast schon von selbst, denn die Fokussierung auf Funktionalitäten des Intranets lässt einen außen vor: den Menschen.

Erfolgsstories, die wir alle so gerne hören, sind dann meist diejenigen von IT und Kommunikation: IT ob des gelungenen Roll Out, und die Kommunikationsabteilung verfügt über ein hervorragendes Instrument zur Kommunikation primär innerhalb des Headquarters. Dem Rest der Mitarbeitenden steht nicht wirklich Neues zur Verfügung, denn Nachrichten der Unternehmenskommunikation konnten sie auch vor dem neuen Intranet bereits verfolgen.

Das Topmanagement, so weiß Felix Schröder, heißt die direkte Kommunikation mit den Mitarbeitenden willkommen, und die Mitarbeitenden wüssten dies zu schätzen, da die Filterung durch das mittlere Management entfalle. Mit einem Change Management allerdings würde auch das mittlere Management, das durchaus ein wenig auf der Strecke bleibt, mitgenommen, und genau darauf komme es an: alle Nutzergruppen und Mitarbeitenden mitzunehmen. Und das ist für ihn kein „Nice to have“, sondern ein Muss.

Tippen Sie das mal ab!

Die Einschätzungen von Felix Schröder und seine Forderung nach mehr Change Management steht (bedauerlicherweise) in der langen Tradition von Enterprise 2.0-Veränderung, Einführung neuer Intranets oder kollaborativer Plattformen im Unternehmen. Wichtig ist ihm, diese Tradition der Vernachlässigung aufzubrechen und spürbar zu machen, was fehlendes Change Management bedeutet. Für diese Botschaft wählte er auf dem Summit einen interessanten Weg.

Abschreiben

Ein „Intranet“ mit fünf Thesen symbolisierte die Flipchart, und es ging weniger um die Thesen denn um die Aufgabe, die Felix Schröder dem Auditorium stellte: Tippen Sie die Texte ab, per Smart Phone oder Tablet oder lesen Sie. Kein leichtes Unterfangen, Texte über die ja nun doch recht kleine Tastatur des Smart Phones zu erfassen, was motivierender geschehe, wenn man denn wüsste, warum Folgendes abgeschrieben werden soll:

 

  • Nichts bedarf so sehr der Veränderung wie die Gewohnheiten anderer Leute.
  • Nur die höchsten und die niedrigsten Charaktere ändern sich nicht.
  • Wenn 10 Personen in einem Raum in einem Meeting sind, sind mind. drei überflüssig.
  • Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.
  • Die meisten Menschen leben in den Rastern ihrer Gewohnheiten

Nun regen die Sätze als solche durchaus zum Nachdenken an, doch zu den einzelnen Punkten in die Diskussion einzusteigen, war nicht das Anliegen von Felix Schröder. Ihm war wichtig, die Teilnehmenden ohne weitere Erklärungen, gleichsam ohne Change Management, in die Aufgabe zu entsenden, um anschließend zu reflektieren: Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn ein Change nicht begleitet wird?

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden spiegelten das, worüber sich sicher viele Mitarbeitende in Unternehmen austauschen: Was soll das? Man hat keine Lust, das zu machen, weil man nicht weiß, was es bringt. Man erkennt keinen Mehrwert oder tippt flugs ab, um die Sache hinter sich zu bringen.

Ob die Botschaft, die Felix Schröder nicht nur verbal, sondern auch fühlen lassen wollte, bei jedem angekommen ist, das wissen wir nicht genau. Aber die eine oder andere Rückmeldung, man habe jetzt verstanden, was das mit dem Change eigentlich soll, und wie es sei, wenn man nichts mache, war zu hören. Die Personen waren es dann auch, die sagen können: Change Management – ich bin ein wenig durch die Erfahrung gegangen.

Change Management – never ending Story?

Ja, Change ist eine never ending Story, mehr denn je, denn es geht in Unternehmen nicht mehr nur um die Einführung eines Intranets oder einer Collaboration Plattform, sondern um digitale Arbeitsplätze in einer anderen Arbeitswelt, die mit Arbeiten 4.0 und Digitalisierung umschrieben ist. Ob wir mit einem Change Management, das vielfach (noch) auf der Welt der IT-Projekte aufsetzt, künftig werden weiter agieren können?

Peter Kruse zu Change

Vielleicht haben wir beim IOM Summit 2016 Gelegenheit, den Change des Change Managements zu beobachten. Bis dahin möchte ich auf ein hörenswertes Video von Peter Kruse aufmerksam machen und allen, die „im Netz unterwegs sind“, die Change Agents Worldwide ans Herz legen, am Puls des Change sozusagen.

Ein Danke an Felix Schröder für die Aufbereitung des Workshops

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.