#ioms16 Karl-Heinz Reitz (Unitymedia) zu Schlüsselfaktoren für das Change Management bei der Digitalen Transformation

Beispiele aus der Praxis bereichern auch dieses Jahr den IOM Summit in Köln, zum Beispiel zum Thema “Schlüsselfaktoren für das Change Management bei der Digitalen Transformation”.

Karl-Heinz Reitz von Unitymedia beantwortet schon jetzt unsere Fragen:

Herr Reitz – Sie referieren beim IOM SUMMIT über „Wie kann ein Unternehmen dem exponentiellen Wandel durch die Digitalisierung begegnen“ – Mit welchen drei Schlagworten können wir Ihren Vortrag auszeichnen?

Am liebsten mit: Sinnhaftigkeit, Wertschöpfung und Begeisterung. Ich befürchte nur, dass ohne Kontext diese Schlagworte wenig aussagen….

Was haben Sie sich vom Einsatz der Tools zum Start des Projektes versprochen?

Es ist eines der fundamentalsten Missverständnisse, Digitalisierung mit Tools gleichzusetzen. Natürlich sind Apps und digitalisierte Prozesse wesentliche Ergebnisse einer Digitalisierung. Aber falls ich ein berühmtes Zitat eines Kollegen aus der Telco-Branche benutzen darf „Wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben sie einen scheiß digitalen Prozess.“

Um Ihre Frage weiter zu fassen: Wir versprechen uns von unserem Weg in die Digitalisierung einen höheren Kundennutzen, höhere Qualität der Dienstleistungen und optimierte Kostenstrukturen. Dazu investieren wir in Instrumente, Prozesse und Mitarbeiter. Gerade die kulturelle DNA eines Unternehmens wird dabei leider häufig sträflich vernachlässigt.

Konnte das Versprechen eingelöst werden?

Nun, wir sind auf einem guten Weg. Ein abschließendes Resümee zur Digitalisierung kann es vielleicht in 10 Jahren geben. Was ich hingegen mit Sicherheit sagen kann – wer sich nicht auf den Weg macht, sich nicht den Fragen stellt, die durch die Digitalisierung aufgeworfen werden, läuft Gefahr in der Bedeutungslosigkeit zu enden.

Was war die größte Herausforderung auf dem Weg dorthin?

Die größte Herausforderung ist immer die kulturelle Verhaltensebene. Digitalisierung ganzheitlich zu denken, sie zur DNA der Organisation zu machen und bei sämtlichen wertschöpfenden Abläufen mitzudenken ist eine fundamental schwierige Aufgabe. Digitalisierung ist keine funktionale Verantwortung einer einzelnen Abteilung, weder bei HR noch in einer eigenständigen Digital – Organisation. Sie muss in sämtliche Entscheidungs- bzw. Governance-Strukturen eingebunden werden.

Was wurde getan, um diese Herausforderung erfolgreich zu lösen?

Gemeinsam mit dem Board Prioritäten klar zu setzen. Digitalisierung zu einem „omni-präsenten“ Thema in der Organisation zu machen. Die Ängste abzubauen, es handele sich um eine versteckte Restrukturierungs-Maßnahme zwecks Personalabbau, Neugierde zu wecken und Chancen aufzeigen, die den Job einfacher und interessanter machen. Leuchttürme identifizieren und sichtbar machen. Jedenfalls sind die notwendigen Schritte vielseitig und aus meiner Sicht macht es wenig Sinn, „Digitalisierung“ nur als ein Projekt zu starten.

Welche Erwartungen haben Sie für den IOM SUMMIT?

Ich hoffe wieder interessante Menschen zu treffen, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinander setzen und jenseits von Floskeln ihre Erfahrungen teilen. Das wäre großartig.

Karl-Heinz Reitz (Unitymedia)Karl-Heinz Reitz ist seit 1.7.2012 im Personalbereich von Unitymedia tätig und leitet die HR-Business-Partner sowie die Personal- und Organisationsentwicklung. Er ist zudem Fachgruppenleiter „Change Management“ des BPM (Bundesverband der Personalmanager). Zuvor bekleidete er zwischen 2004 und 2012 verschieden Posten bei der SAP SE zuletzt VP Talent, Leadership und Organizational Development. Seine erste Station nach dem Studium war bei CapGemini Consulting im Bereich Change Management.

Vielen Dank für das Interview. Wir freuen uns auf mehr Einblicke im Slot Praxisbeispiele am 28.09.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.