Harald Schirmer (Continental AG): Erfolgreich ist, wer mit gutem Beispiel vorangeht und digitale Kollaboration vorlebt! #ioms16

Zu der Reihe unserer Referenten-Interviews zum IOM SUMMIT 2016 freuen wir uns heute, die Antworten von Harald Schirmer hinzufügen zu dürfen. Harald Schirmer ist Manager Digital Transformation and Change bei der Continental AG und schon seit längerem wiederholter Teilnehmer und Referent – nicht nur – unserer Veranstaltungen. Das HR-Portal “Human Resources Manager” hat ihm Anfang diesen Jahres ein spannendes Porträt gewidmet und für unseren CeBIT-Event hatte ihn Ellen Trude auch im Frühjahr bereits interviewt.

profilfoto_harald_schirmerZum IOM SUMMIT konnten wir ihn für einen interaktiven Workshop gewinnen, da er das Thema “Digital Enablement” wie kein Anderer als Vorbild lebt und verkörpert. Im Vorfeld zur Veranstaltung hat er Zeit gefunden – uns noch ein paar Antworten zu geben.

1) Harald – Du wirst auch beim IOM SUMMIT einen der interaktiven Workshop-Sessions durchführen. Mit welchen drei Schlagworten können wir die Session inhaltlich kennzeichnen?

#MutAnfall – #Freude – #Lernen

2) Du hast kürzlich über Dein Blog ein kollaboratives Projekt gestartet – wo Du mit Mitstreitern versucht hast, die Frage “Worum geht’s?” bei der Social Collaboration zu erörtern. Was ist dabei heraus gekommen?

Ein super spannendes Experiment. Statt einen Artikel zu einem Thema (digitaler Reifegrad) alleine zu schreiben, lud ich Experten aus meinen Netzwerken ein, das mit mir gemeinsam zu tun. Es wurde korrigiert, ergänzt, in Frage gestellt, verwiesen, erweitert… es war eine Freude die Gedanken zu verfolgen, zu sehen wie sich durch den PerspektivenReichtum ein ganzheitlicheres Bild entwickelte. Für mich war es auch ein Test zu sehen, wann und bei wie viel Vorgabe sich die Beitragenden “engagierten”. Fertig ist dieses Projekt noch nicht – es entwickelt sich aktuell weiter – zum einen in ein multi-perspektivischen Glossar-Modell, zum Anderen als der eigentlich geplante (reduzierte) Beitrag.

3) Lässt sich aus dem Input von Deinem Expertenkreis ein allgemeingültiges Erfolgsmodell für die Einführung der digitalen Kollaboration und dem damit verbundenen Veränderungsprozess formulieren?

Sharing fängt mit Geben an… wer also digitale Kollaboration erfolgreich gestalten möchte, sollte in Vorleistung gehen, als Vorbild agieren und durch eigene Sichtbarkeit (digitale Identität) ein Netzwerk aufbauen. Leader haben Follower – die braucht es, um eine Bewegung zu erzeugen. Dabei kommt es nicht auf einen Leader im herkömmlichen Sinn an (ein Held), sondern mehr auf eine Haltung, die andere erfolgreich werden lässt. Erst wenn die Beteiligten ihren eigenen Mehrwert erkennen, Sinn in der Aktion verstehen und das Gefühl der Wertschätzung / Bereicherung haben… entsteht nachhaltige Zusammenarbeit … CoCreation.

4) Was sind für Dich die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

Mut, Respekt, Selbstbewußtsein, Freude an dem was man macht, große NeuGier und eine fragende Haltung (Menschen wollen keine Ratschläge sondern Vorbilder, die sich in Frage stellen, zuhören und das Gegenüber ernst nehmen können). Ja es bedarf auch einer technischen Grundlage, die ist aber mit den vier Kernfunktionen abzudecken: Profile, Netzwerke, Feedbackfunktion (Like/Kommentar), Tagging (Struktur). Ich hatte das notwendige Engagement in der digitalen Zusammenarbeit einmal mit einer Party und dem Gastgeber verglichen: Nur wenn sich die Gäste wohl fühlen, wissen, was läuft und warum sie hier sind, wird das Event ein Erfolg.

5) Wenn Du von der Befähigung der Mitarbeiter sprichst – also dem “People Enablement” wie in Deinem Workshop thematisiert -, worum geht es dabei?

Oft hört man in diesem Fall den Ruf nach “Change Management” – in meinen Augen geht es aber meist um ganz rudimentäres lernen von neuen Werkzeugen, Methoden und Abläufen. Wir müssen experimentieren, lernen und durch Wiederholungen neue Rituale erzeugen. Davor steht die immer noch größte Hürde – des Verstehens “WOZU” sollte ein erfolgreicher Manager oder Mitarbeiter vom Profi (in der Nutzung seiner bekannten Werkzeuge) wieder zum Anfänger (des Neuen) werden? Dazu ist es hilfreich sich die oben genannten Reifegrade vor Augen zu führen.

6) Was sind Deine Prognosen für die weitere Entwicklung in diesem Bereich?

Wer erkennt, dass digitale, agile Kommunikation und Zusammenarbeit der heute größte Wettbewerbsvorteil ist, wird die notwendige Investition (vor Allem in Zeit und Ausbildung) schnell rechtfertigen können. Es wird sich zeigen, welche Firmen intelligent (also bevor es weh tut) handeln, und wer zu sehr mit Administration der Gegenwart beschäftigt ist. Gewinnen werden sicherlich die, die unsere Zukunft gestalten – das bedeutet Risiko… dafür kann man “mitreden”. Ist erst einmal alles verteilt, bleiben nur noch Sitze auf der Zuschauerbank.

7) Was sind Deine Erwartungen für den IOM SUMMIT?

Ein Blick auf die hochkarätigen Speaker und relevanten Themen moderiert von Personen, die wissen, wovon sie sprechen, ist der IOM Summit “the place to be” oder auch “Familien-Treff” der UnternehmensGestalter – persönlich genieße ich die spannenden Gespräche, interaktiven Formate und den reichen Austausch über Branchengrenzen. Ein perfektes Netzwerk-Event mit großem Lernpotential für Anfänger und Fortgeschrittene. Ich freue mich darauf!

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