#ioms16 Nadine Schäfer: Achtung Tabubruch – Spaß im Intranet

Gastbeitrag von Nadine Schäfer, kommunikative Planerin bei sapento

beitrag_schaeferEin Thema, über das man immer wieder stolpert. Eine ganz einfache Frage. Darf ein Intranet Spaß machen? Ganz klar: ja. Es muss sogar. Oder anders herum gefragt, warum sollte es denn keinen Spaß machen? Ist das irgendwie schädlich, sinkt die Produktivität, oder zumindest die Moral?

Es geht nicht darum, dass der einzige Weg für Spaß und hohe Trafficzahlen über Moorhuhnschießen im Intranet führt. Nein, das natürlich nicht. Der Inhalt entscheidet nach wie vor. Und natürlich der Kontext. Wenn der Mitarbeiter sich fragt, ob er bei Facebook oder im Intranet ist, fällt es schwer zu glauben, dass das Projekt erfolgreich war.

Was wäre wenn?

Spaß bedeutet Vergnügen, Freude an etwas haben. Eine Annahme: Der Relaunch des Intranets und der Zusammenarbeitsbereiche wurde erfolgreich live genommen. Die Mitarbeiter sind befähigt und motiviert. Das begleitende Change Management zeigt Wirkung. Informationen werden schnell gefunden. Sie sind aktuell und verlässlich. Kollegen, die vorher gänzlich unbekannt waren, helfen schnell und ortsunabhängig bei Problemen. Eigene Ideen werden eingebracht und finden breite Zustimmung. Na, wenn das kein Vergnügen ist.

Ist ein Projekt ähnlich wie beschrieben gelaufen, zeigen Mitarbeiterumfragen in genau den Themenfeldern „Motivation, Spaß bei der Arbeit“ deutlich höhere Werte als vor dem Projekt. Es lohnt sich also.

Wie ernst ist der Spaß?

Fragt man nach den Gründen für einen Intranet Projektauftrag, kommt oft das Mitarbeiterargument. Wir wollen unseren Mitarbeitern eine Intranet- und Zusammenarbeitsplattform zur Verfügung stellen, die modern und zukunftsweisend ist. Soweit, so richtig. Auch Bedarfsanalysen ergeben häufig, dass es Mitarbeitern wichtig ist, eine Plattform zu haben, mit der es Spaß macht zu arbeiten.

Geht es dann in die strategische Planung, in der die Leitplanken für das Projekt und die Vision festgelegt werden, besteht oft nochmals Diskussionsbedarf. Soll „die Mitarbeiter haben Spaß bei der Arbeit mit dem Digital Workplace“ wirklich als Rahmenparameter mit aufgenommen werden? Ist es uns so ernst, oder doch die falsche Botschaft?

Ja, es ist so ernst. Wenn in einem Projekt Wert auf Usability und User Experience gelegt wird, ergibt das Eine das Andere. Nutzer, die sich verstanden fühlen und Anwendungen bzw. Applikationen als logisch und mitdenkend empfinden, haben auch Vergnügen im Umgang damit.

Anpfiff und alle sind drin!

Spaß kann ebenso ein Türöffner sein, wie ein Beispiel eines Kunden zeigt. Das Thema Intranet war verbrannt, der Frust war hoch. Richtig hoch. Im Rahmen der Analyse stellte sich heraus, dass es für den Launch einen wirklich starken Anreiz geben muss. Wir wussten, dass die Mitarbeiter, wenn sie mal im Intranet waren, auch begeistert sind. Aber erstmal mussten sie rein. Im EM-Jahr, keine noch nie dagewesene Idee, aber ein durchschlagender Erfolg: Ein Tippspiel mit Ranking. Führungskräfte vorne mit dabei. Attraktive Preise und mögliche Zusatzpunkte. Die Pflege des Profils hat sich in diesem Fall ganz von allein ergeben. Motivation war da und die kritische Masse schnell erreicht.

Stichwort Wertschätzung

In der Planung für Internetprojekte liegt der Schwerpunkt auf dem User. In diesem Fall der Mitarbeiter. Wer ist er? Was braucht er? Wie können die Seiten so gestaltet werden, dass das Unternehmensimage richtig transportiert wird und er Spaß dabei hat? Mit diesem Vorgehen wird der Mitarbeiter wertgeschätzt. Korrekt. Schließlich sind die Mitarbeiter die ersten Markenbotschafter. Sie transportieren Image. Jeden Tag, spätestens beim Verlassen des Firmengeländes. Der Aufwand lohnt sich. Versprochen.

Autoren-Information

nadine_schaefer

Nadine Schäfer‘s Spezialgebiet als zertifizierte Managerin für Interne Kommunikation ist die zielgruppenorientierte digitale interne Kommunikation. Dank langjähriger Erfahrung in einer Kommunikationsagentur sind ihr die verschiedenen Instrumente und Maßnahmen in Konzeption und Einsatz vertraut. Keine Angst vor großen Aufgaben: Nadine Schäffer entwirft methodenstark Anwendungen für über 30.000 Anwender.