#cebiteda17 Silvia Hänig: Nicht nur E-Mobilität oder Autonomes Fahren treiben die Automobilbranche voran.

Viele werden herkömmlich die #cebiteda17 mit dem Auto ansteuern, die Hände fest auf dem Lenkrad. Nächstes Jahr dann vielleicht schon mit einem Autonomen Fahrzeug, scheint doch die Automobilbranche das sichtbarste Aushängeschild digitaler Veränderungen zu sein. Silvia Hänig wird die Digitale Transformation mit ihren Gästen aus der Automobilbranche im Practice Panels diskutieren und gibt uns schon heute einen kleinen Einblick.

 

Silvia Hänig verfügt über mehr als 15 Jahre internationale und nationale Beratungs- und Kommunikations-Management-Erfahrung und stellt in den Fokus ihrer Beratung, Unternehmen bei der Neuausrichtung deren Geschäftsmodell auf dem Weg des digitalen Wandels kommunikativ zu unterstützen.

 

 

 

Frau Hänig, welche drei Schlagworte geben Sie der diesjährigen EDA mit auf den Weg?

#Beyond Technology, #lessons learned, #Platforms, #tomorrows mobility

Wenn Sie Ihr / ein Auto der Zukunft gestalten können, wie sähe dies aus?

In jedem Fall minimal umweltbelastend und maximal sicher. Besitz, Fahren sowie Design eines Fahrzeugs könnten für mich ruhig in den Hintergrund rücken. Wichtig wäre mir ein zuverlässiger Transport mit hoher Informationsdichte zum Ziel, das angesteuert wird. Also wenn ich morgens aufstehe, sendet mir das Fahrzeug schon Infos zur besten Route verbunden mit meiner Lieblingsmusik, damit ich gut in den Tag starte und ausgeruht zum Meeting erscheine. Das würde auch bedeuten, dass ich fahren lassen müsste. Beim Termin sucht sich das Fahrzeug dann einen Parkplatz ausserhalb des Ballungszentrums. Hier könnten dann Spielplätze und Naherholungszonen in den Zentren entstehen.

Die Frage nach der Gestaltung impliziert immer noch, dass wir das Fahrzeug als Statussymbol betrachten und einen entsprechenden Preis dafür zahlen. Meiner Ansicht nach können wir es uns schlicht nicht mehr leisten, diese Spirale immer weiter nach oben zu drehen. Jetzt haben wir als Gesellschaft die Verantwortung dafür, über die Autos als Transportvehikel Mobilität als Teil der persönlichen Freiheit neu zu interpretieren.

Autonomes Fahren, Konnektivität und E-Mobilität treiben die Automobilbranche voran. Welche Aspekte oder weiteren Treiber nehmen Sie zur Transformation dieser Branche wahr?

Vor allem fällt mir auf, mit welcher Vehemenz die OEMs derzeit neue digitale Plattformen (z.B.Groovel) aufmerksamkeitsstark ankündigen oder sich an spezialisierten kleineren Firmen oder Start-ups beteiligen (z.B. BMW an Mobileye), um sich zentral wichtiges Know-How einzukaufen, um im Buhlen um die „First Mover“ Position ganz vorne mit dabei zu sein.

Insgesamt gesehen und vereinfacht ausgedrückt, beschäftigen sich die Player stark mit ihren „Maschinenräumen“, also bauen die Grundlage dafür auf, um autonomes Fahren inklusive der notwendigen Vernetzung stabil und sicher herzustellen. In diesem Zusammenhang schreiben sie auch Kooperation ganz groß, und scheuen laut Aussage eines Automanagers kürzlich auf der DLD auch nicht davor zurück, mit Google oder Apple zu kooperieren. Die hätten allerdings bisher keinen gesteigerten Bedarf signalisiert.

Sehen Sie eine Transformation durch genannte Treiber auch für die Organisation in den Unternehmen und alle Arbeitsplätze?

Ja, das hängt natürlich symbiotisch zusammen. Wenn neue digitale Themen in den Arbeitsalltag eintreten, ihn bestimmen, müssen die Menschen einen Großteil ihrer Arbeit auf diese neuen Themen verwenden. Das wiederum funktioniert am besten im Team und in entsprechenden Projekten, in denen man sich mit Kollegen aus anderen Bereichen dazu bespricht und gegenseitige Ideen austauscht. Gleichzeitig verändern diese Projektwirtschaftlichen Strukturen auch die Arbeitsorganisation und haben Folgen für die bisher klar abgesteckten Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter.

Ein Beispiel für den Automobilbereich: Produktdesigner und Ingenieure, die bisher ein Produkt bis zu seiner Reife in absoluter Perfektion entwickeln konnten, müssen heute schon früh die Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen mit an den Tisch holen, zumal diese den Blick den Kunden und dessen Serviceerwartung an das neue Produkt oder den Service mit einbringen.

Was sind Ihre Erwartungen an die Cebit EDA?

Enterprise 2.0 oder Connected Enterprise wurde in den vergangenen Jahren thematisch quasi „zerlegt“ in sehr viele Einzelthemen, Meinungen und Bewertungen von Technologie über Organisation bis zur Unternehmenskultur. Ich glaube es ist daher wieder Zeit, für eine handfeste Einordnung von allen Akteuren zu erhalten, was in der Praxis wirklich funktioniert, wie es um den digital workplace technisch und organisatorisch steht und wie man sich am besten rüsten kann.

Denn meiner Meinung nach hat sich die Branche in den letzten zwei Jahren zu lange und zu sehr damit beschäftigt, sich auf Podien selbst zu gefallen.

Frau Hänig, vielen Dank. Wir sind gespannt auf das Practice Panel am 21.03.2017 und natürlich auch auf lebhafte Diskussionen mit Ihnen rund um das Panel.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.



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