#cebiteda17 #cmgr in der Unternehmenspraxis: Christian Zange, GIZ, über seine Erfahrungen.

Die zweite Stimme unserer Interviewreihe zum Thema Community Management (Panel am 20.03.) gehört Christian Zange.

Er arbeitet seit 12 Jahren im Bereich E-Learning, Wissensmanagement und virtuelle Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Organisation, Person und Technologie.

2005 – 2007 hat er als selbstständiger Consultant und Gesellschafter der Ghostthinker GmbH Universitäten und Unternehmen im Aufbau von E-Learning-Kursen und Systemen unterstützt, 2008 – 2011 hat er im südlichen und östlichen Afrika die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Bereich Wissensmanagement und organisationales Lernen beraten und unter anderem Systeme für virtuelle Communities of Practice für die South African Local Government Association (SALGA) entwickelt.

2011 – 2014 war er in Äthiopien für die Ethiopian Civil Service University als Projektmanager für den Aufbau eines Kompetenzcenters für E-Learning tätig. Aktuell leitet Herr Zange die Pilotierung einer Lösung für virtuelle Zusammenarbeit in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Welche drei Schlagworte nehmen Sie zur #cebiteda17 mit?

#Digital Workplace #Digital Business Design #Veränderung

Sie arbeiten bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ).  Diese Internationalität assoziiert eine bereits vorhandene “digitale Kollaboration“. Warum nun Zusammenarbeiten in Communities, was macht den Unterschied zu vorher aus?

Wir arbeiten in mehr als 130 Ländern mit 17.319 Mitarbeitern. 70 Prozent davon sind als nationales Personal vor Ort tätig. Dabei implementieren wir Vorhaben in den unterschiedlichsten Feldern, von der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung über Energie- und Umweltthemen bis hin zur Förderung von Frieden und Sicherheit.

Vor diesem Hintergrund wird klar: Um effizient und produktiv arbeiten zu können, müssen wir natürlich digital zusammenarbeiten. Und das nicht nur innerhalb von Projekten. Der fachliche Austausch über die Grenzen von einzelnen Projekten hinweg ist sehr wichtig für uns. Denn einzelne Projekte repräsentieren schließlich nicht nur die Kompetenz der hier tätigen Experten, sondern auch die gebündelte Erfahrung der GIZ. Aus Erfolgen aber auch aus Fehlern müssen wir als gesamtes Unternehmen nachhaltig lernen. In der GIZ haben wir daher mindestens 25 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit und im Austausch in fachlichen Netzwerken, um dieses organisationale Lernen zu ermöglichen.

Aktuell arbeiten wir daran, ein State-of-the-Art Enterprise Social Network in der GIZ einzuführen. Dabei bilden wir auch ehemals eher statische Prozesse des Wissensmanagements heute dynamisch über virtuelle Communities ab. So wird es möglich, dass der Erfahrungsaustausch zwischen den Experten mit hoher Aktualität fließt. Die Bedeutung von statischen Wissensdatenbanken nimmt dabei ab.

Was ist die größte Herausforderung, Community Management und das Arbeiten in Communities mit Leben zu füllen?

„Build it and they will come“ funktioniert nicht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Communities eine klare Struktur und Ziele sowie pro-aktives Community Management benötigen, um gut zu funktionieren.

Entsprechend ist es uns wichtig, das jede Community durch einen geschulten Community Manager betreut wird. Im täglichen Geschäft ist es dann die Herausforderung, den Austauschprozess über einen längeren Zeitraum in Gang zu halten und die verschiedenen Experten und Expertinnen zu aktivieren und zu beteiligen. Das gelingt, sobald klar wird, dass der Austausch einen Mehrwert und Gewinn für alle Beteiligten darstellt.

Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Community Manager?

Zunächst stellen wir unseren Community Managern eine Reihe von Hilfestellungen zur Verfügung. Über eine interne Weiterbildung vermitteln wir die wichtigsten Werkzeuge, Pflichten aber auch Chancen des Community Managements.

Anschließend erwarten wir, dass unsere Community Manager entsprechend pro-aktiv moderieren und die Rolle von Enablern im Lern- und Austauschprozess einnehmen.

Wichtig ist auch, dass ein entsprechendes Zeitbudget für diese Aufgabe verfügbar sein muss.

Welche Erwartungen haben Sie an die #cebiteda17?

Ich freue mich auf fachlichen Austausch und vielfältige Anregungen, neu über digitale Technologien und deren Veränderungspotential nachzudenken. Spannend finde ich auch die Diskussionen um die Verbindung von Prozess- und Kollaborationsunterstützung.

Vielen Dank, Herr Zange, wir sind gespannt, was Sie noch aus der Praxis des Community Managements berichten werden.

In unserem nächsten Interview zu Community Management lesen Sie, warum Demokratie im #cmgr für Matthias Lorentz wichtig ist. Um Herz und gesunden Menschenverstand im #cmgr ging es bei Sebastian Thielke.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.