#cebiteda17 noch lange nicht vorbei: heute mit Andreas Matern und Lernfluss sowie Wissensaustausch im laufenden Arbeitsprozess

21.03.2017 – 18:06 Uhr bei der #cebiteda17:

 

Runder Abschluss des Live-Events, aber noch längst kein Abschluss der #cebiteda. Denn wir haben noch etwas aus der Rubrik Interviews, und zwar die Antworten von Andreas Matern, der mit WISSENSKONTOR Unternehmen unterstützt, die Ressource Wissen effektiv für den langfristigen Geschäftserfolg zu nutzen.

Bei Wissen geht es hier nicht nur um statisch dokumentiertes Wissen, sondern um den Ideen- und Wissensfluss innerhalb von Unternehmen. Darüber hinaus ist er Organisator des GfWM KnowledgeCamp, dem jährlich stattfindenden Barcamp der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. zu Themen wie der Gestaltung der Rahmenbedingungen von Wissensarbeit in Unternehmen und Organisationen.

Diese drei Schlagworte brachte Andreas Matern zur #cebiteda17 mit:

#Barcamp #Wissensarbeit #DigitalWorkplace

Knowledge Management – Quo vadis?“ lautet der Titel Ihres Expert Panels*. Nun hat Peter Drucker einmal gesagt, wir könnten Wissen nicht managen. Wissen sei zwischen den Ohren und nur zwischen den Ohren. Müssen wir über Quo vadis oder nicht doch eher über RIP Knowledge Management sprechen?

Gerade, weil Wissen abhängig vom jeweiligen Kontext des einzelnen Menschen ist, kann es eben nicht „gemanagt“ werden. Auch kann es nicht mittels IT in sogenannten Wissensdatenbanken „abgelegt“ werden, wie das so häufig Mitte der 1990er in den Glücksversprechen der großen Document Management System-Anbieter postuliert wurde. Hier ist leider viel Porzellan zerschlagen worden, was die Benutzung des Begriffs Wissensmanagement betrifft.

Beim Wissensmanagement geht es um den lernförderlichen Umgang mit dem Wissen aller Mitarbeitenden INKLUSIVE der Führungskräfte in einem Unternehmen oder einer Organisation. Peter Drucker erkannte ja bereits in den 1960ern die Notwendigkeit des Managements bzw. der Gestaltung von Rahmenbedingungen für Wissensarbeit im Zuge der Entwicklung der Industrie- hin zu einer Wissensgesellschaft.

In diesem Sinne verstanden ist Knowledge Management eher so etwas wie das von Betty Zucker beschriebene “Knowledge Flow Management” (1996), welches das für den Unternehmenserfolg benötigte lebendige Wissen im Auge behält. Dabei gilt es, den Lernfluss und Wissensaustausch im laufenden Arbeitsprozess auch außerhalb der formalen Strukturen zu erkennen und zu unterstützen.

*Knowledge Management – Quo vadis lautete der Arbeitstitel für das Panel. Auf der EDA wurde präzisiert mit dem Titel “Blended Workplace – was der digitale Arbeitsplatz von 20 Jahren Wissensmanagement lernen kann.

Inwieweit verändern aus Ihrer Wahrnehmung Social Collaboration und Social Sharing oder Networking als Beispiele das Knowledge Management?

Soziale Technologien haben mit mehr Prägnanz, weniger Redundanz – weg vom E-Mail-Pingpong – und ihrer Geschwindigkeit das Wissensmanagement verändert. Mit zunehmend verbesserten Informations- und Kommunikationstechnologien kann also durchaus, ein wie oben genannter lernförderlicher Umgang mit Wissen am Arbeitsplatz positiv befördert werden. Dabei ist der Wissensarbeitsplatz als DER Ort des Umgangs mit Wissen mehr als nur der bloße “Digital Workplace”.

 Er muss neben den digitalen Tools, die die Arbeitsumgebung effizienter gestalten können – wie Enterprise Social Networks, Social Intranets – auch arbeits- und lernförderliche Raumgestaltung beinhalten sowie Raum für (analoges) Netzwerken zur Verfügung stellen. Eben Räume der „realen“ (physischen) Begegnung.

Hierzu zähle ich ebenfalls „zeitlich begrenzte“ Orte des Wissensaustausches wie z.B. Barcamps, Hackathons u.a. Unkonferenzen, die den lebendigen Austausch aller Mitarbeitenden sowohl physisch als auch virtuell ermöglichen. Eben: Social Collaboration & Networking als soziales Netzwerken und soziales Netzwerken als Social Collaboration & Networking.

Welche Erwartung haben Sie an die #cebiteda?

Ich freue mich auf neue Impulse und den (lebendigen) Austausch mit den Teilnehmenden der #cebiteda, mit neuen und alten Bekannten! Ich organisiere das KnowledgeCamp, das in diesem Jahr den Themenschwerpunkt „Digitalisierung und Wissensarbeit – Was der Digital Workplace und Wissensmanagement voneinander lernen können“ gegeben hat. Auch hierzu hoffe ich auf einen entsprechenden Austausch.

Andreas Matern, vielen Dank. Wir denken, zumindest ein großer Teil der Erwartungen haben sich erfüllt.

Ganz aktuell hier die Folien des Eröffnungstalks von Simon Dückert.

The following two tabs change content below.

Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.