#cebiteda17 Sebastian Thielke über Herz und gesunden Menschenverstand, und was das mit Community Management zu tun hat.

Eine #cebiteda ohne ein Panel zu Community Management wäre ein absolutes No Go, oder? Deshalb schon jetzt am 20.03. das Community Management-Panel vormerken und auch hier am Ball bleiben: drei Panel-Teilnehmer im Interview zu #cmgr (Community Management). Den Start macht Sebastian Thielke von Beck et al. Services, der in diesem Jahr von der Rolle des Moderators in die des Diskussionsteilnehmenden wechselt.

Als Verfechter für das Miteinander der Menschen scheint Sebastian förmlich für Community-Leben geboren. Im Miteinander der Menschen steht für ihn im Vordergrund, dass verbindende Elemente immer besser sind als singuläres Reagieren.

Die Thematik Enterprise 2.0 entstand aus dem tatsächlichen Bedarf einer Organisation und von dieser Sekunde an ist es für ihn Passion, Berufung und Element seiner täglichen Arbeit. Dabei sind die Wege und Weisen, welche die Menschen für sich und ihre Arbeit wählen immer wieder spannend für ihn. Neue Formen von Arbeit, Zusammenarbeit und Organisation sind immer wieder die Antriebsfeder im Schaffen des Consultants für digitale Transformation. Sebastian hat Kommunikationswissenschaften, Anglistik und Amerikanistik studiert und vorher ein bisschen die Welt des Menschen in der Zahnmedizin und in der Krankenpflege erkundet. Drei Basissätze prägen seine Freude am Lernen, Denken und Konstruieren:

  • Egal wie modern und abgehoben eine Idee, ein Prinzip oder ein Modell ist, es lässt sich immer, auch wenn nur fragmentarisch, mit anderen Neuerungen verbinden.
  • Alles lässt sich weiterentwickeln und nichts steht still.
  • Der Mensch schafft sich seinen Weg, und das auch ohne ständige Anleitung.

Spielen Sebastians Basissätze im Community Management eine Rolle? Schauen wir auf seine Interviewantworten.

Welche drei Schlagworte bringst Du zur #cebiteda17 mit?

#Ausprobieren #Machen #Verbinden

Interne Communiy Manager/-innen werden ja oft als eierlegende Wollmilchsau erfolgreicher Communities wahrgenommen, und erfolgreiches Beziehungsmanagement werde die „Gemeinschaft“ schon ans Laufen bringen. Community Mitglieder könnten aber genau so in die Pflicht genommen werden, anderes Verhalten und Agieren aktiv einzubringen. Wenn Du ein „Pflichtenheft“ für Community Mitglieder schreiben würdest, wie sähe dies aus?

Zwei Aufforderungen stehen in diesem Aufforderungsheft:

  1. Haben den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen. Ein weiser Mann hat mal geschrieben, dass Ermutigen und Ermächtigen wichtige und finale Handlungen sind, die die Menschen wieder an das selbstorganisierte und selbstgesteuerte Arbeiten heranführen. Dieses Ermutigen und Ermächtigen anzunehmen sollte die Aufforderung an die Community Mitglieder sein. Nimm das was Dir gegeben wird und handle damit nach gesunden Menschenverstand.
  2. Wenn Du nicht weisst, wie Du es machen sollst, frage Deine Community! Die Community, mit der Du arbeitest, sie hilft nicht nur der Arbeit, sondern vor allem auch Dir. Das gemeinsame Ziel wird mit der Gruppe erreicht und nicht durch die Brillanz von Einzelnen. Frage einfach und Du wirst erstaunt feststellen, wie hilfsbereit Deine Community ist. 

Du hast Dich auch viel mit dem Thema Holacracy beschäftigt. Welche Organisationsform fördert gutes Community Management – für die Community selbst und für das Community-Leben im Unternehmen?

Rein von der Papierform der Organisation sind alle Formen in der Lage, das Community Management zu fördern. Auch eine hierarchische Organisation ist eine gute Basis für Communities. Wenn man die Perspektive verändert, dann wird aus der Pyramide schnell ein Hub-Modell ähnlich einem Netzwerk. Die Problematik entsteht in der Realität und der Interpretation der Organisationsform. Hierarchien führen und verführen zur Machtkonzentration. Wer möchte denn schon die Annehmlichkeiten abgeben, die er für sich errungen hat? Selten jemand. Vielmehr muss sich eine Flexibilität in der Machtausübung einstellen. Dafür biete die Community aber vor allem die Gleichberechtigung bzw. die entsprechende Ermächtigung, die Macht zu Entscheidungen etc. schnell und einfach weiterzugeben. Sicherlich würde hier die Holacracy helfen. Dennoch setzt auch diese Organisationsform schon die Flexibilität von Macht voraus und im selben Zug auch die Bereitschaft zur Abgabe der selbigen. Außerdem hat das System auch seine Schwächen. Was versuchen wir denn durch die Community und auch die neuen Organisationsformen zu erreichen: Schnellere Entscheidungen, höhere Innovation, Effektivität in der Zusammenarbeit. Hier kann man der Holacracy vorwerfen, dass sie zu sehr auf Prozesse pocht und zu starr ist. 

Working out Loud (WoL) ist als Methode für viele äußerst attraktiv, kann / sollte in Communities angewandt, aber auch ohne Communities praktiziert werden. Warum benötigen wir noch Communities?

Ich dreh es mal um und behaupte, dass die Working out Loud Methode zeigt, wie ich gemeinsam offen und beteiligend arbeiten kann. Demnach ist es also eine Fähigkeit, die für das Arbeiten in der Community äußerst hilfreich ist. Was lerne ich durch die Circle Praktik des Working out Loud? 

  • Hilfe anzubieten
  • sinnvolles Netzwerken
  • den Kontakt mit den Menschen bewußt pflegen
  • nach Hilfe zu fragen
  • den eigenen Beitrag als wertvoll zu betrachten
  • gesunden Menschenverstand im Miteinander anzuwenden

Wenn man so will, eigentlich Eigenschaften, die wir alle können sollten. Die uns aber im Digitalen immer wieder fehlen. 

Communities sind also der Ort und das Umfeld, in dem wir Working out Loud praktizieren und die das gemeinsame Arbeiten ermöglichen. 

Welche Erwartungen hast Du an die #cebiteda17?

Freudige Gesichter, herzliche Umarmungen und Practicing out Loud

Sebastian, vielen Dank für Deine Antworten. Zumindest eine herzliche Umarmung ist Dir schon gewiss.

Morgen lesen Sie Einblicke zu #cmgr von Christian Zange, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der sich aktuell mitten in der Herausforderung des Community Managements befindet.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.



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