#cebiteda17 Wie denkt Otto Schell über #HR im Umbruch?

Nach Sabine Kluge und Dr. Bodo Antonic kommt mit Otto Schell ein weiterer Teilnehmer des Panels “HR im Umbruch – Neue Aufgaben in der digitalen Transformation” zu Wort.

Otto Schell ist Mitglied im Vorstand der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. DSAG, und leitet das Ressort Business Processes, Industries Solution, Globalization and drives Digital Transformation/IoT. Er ist auch Hauptkontakt der internationalen SAP Anwendergruppen.

Bei GM ist Otto Schell der Global SAP Business Architect und Leiter CCoE. Als Vorsitzender International Relations vertritt er den Diplomatischen Rat (UNO reg.) mit dem Ziel, den Kontext von IoT in ein gemeinschaftliches Vermögen zu übertragen.

Otto Schell hält darüber hinaus Gastvorlesungen am Management Center Innsbruck und ist Transformation Advisor bei der PDAGroup.

 

Welche drei Schlüsselwörter bringen Sie zur #cebiteda17 mit?

#Soziale Architekturen #Distribution #Machtverschiebung

Wir werden Sie im Experten-Panel zum Thema „HR im Umbruch – Neue Aufgaben in der Digitalen Transformation“ hören. Sie haben in einem Interview vor kurzem den Digital Disruption Officer gefordert. Wie nehmen Sie die derzeitige Diskussion um HR wahr, was erleben Sie, und wie passen Ihre Forderungen dazu?

So wie derzeit Branchengrenzen verschwimmen oder sogar komplett verloren gehen, wird auch das klassische HR, das wir heute kennen, verschwinden. Talentmanagement wird der zentrale Faktor und damit müssen Mitarbeiter agiler einsetzbar, im gesamten Netzwerk sichtbar sein und zur Verfügung gestellt werden können. Und das kann HR derzeit nicht leisten. Denn bis die Stellenbeschreibung und -umsetzung endlich erfolgt ist, ist der Job Vergangenheit.

Auch Wissens-und Zeitmanagement werden sich immer stärker in die persönlichen Bereiche verlagern, was mehr Self-Services verlangt, die wiederum eine Veränderung der System- und Zugriffslandschaft mit sich bringen. Auf der anderen Seite werden Arbeitszeit-Flexibilisierung und alternative Entgelt-Modelle kommen.

Bei all dem steht natürlich letztlich immer der Mensch im Vordergrund, aber das hat weniger mit HR als mit Struktur zu tun.

Welche Herausforderungen sollte HR in nächster Zeit dringend in Angriff nehmen?

Die Frage nach seiner Relevanz! Ähnlich wie Marketing, Sales und Procurement, die sich in alle schon in einem Supply Chain Monitor wiederfinden, werden Talent-Netzwerke künftig an der Tagesordnung sein. Damit einhergehend findet ein Kulturwandel in den Unternehmen statt, und ein Ergebnis davon kann sein, dass man HR einfach nicht mehr benötigt.

Für die Personalbeschaffung gibt es z.B. schon lange unterschiedlichste Netzwerklösungen und Social-Media-Kanäle, die alle prima funktionieren. Außerdem können Unternehmen auch direkt an die Quelle gehen, etwa an Universitäten.

HR ist auch zuständig für das Enablement der Mitarbeitenden. Wer aber befähigt HR für das digitale Zeitalter, und wie sollte solch ein Enablement aussehen?

Nicht HR bestimmt das Enablement, sondern das Unternehmensziel – und das wiederum ist von der digitalen Vision bestimmt. So wird heute schon das Zusammenspiel von Mensch und Künstlicher Intelligenz (KI) über Governance-Modelle und nicht über HR bestimmt. Für mich steht außer Frage, dass Enablement vom Unternehmen oder auch vom Mitarbeiter selbst kommen muss.

Und für die Verteilung der Mitarbeiter, also der Talente, brauche ich eigentlich auch keine Personalabteilung mehr. Hier sind ein gutes Tool und offene Regeln ausreichend, wie etwa flexible Arbeitszeiten, Zugriff auf Mitarbeiterinformationen oder direkte Wechselmöglichkeiten, wenn mich ein anderer Job mehr reizt. Eventuell wird das die letzte Bastion der HR-Abteilung sein, diese neuen Regeln zu verhandeln.

Und welche Erwartungen haben Sie konkret an die #cebiteda17?

Dass man endlich aufhört, um den heißen Brei herum zu reden oder von Start-ups, die das Thema HR von Anfang an anders anpacken. Wir alle sollten beginnen zu begreifen, dass wir die Veränderungen jetzt mitbestimmen können und auch müssen.

Vielen Dank, Herr Schell, für klare Worte, die wir spätestens im Panel wieder aufgreifen werden. Vielleicht findet der ein oder andere Gedankensplitter auch schon Reflektion im Pre-Conference HangOut am 09.03. um 17:00 Uhr. Doch vorher lesen Sie morgen die Gedanken von Ursula Vranken zu HR im Umbruch.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.







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