#cebiteda17 Nachlese: Christina Schlichting, Volkswagen AG, über Kollaboration auf Augenhöhe

Im Praxis-Panel der #cebiteda17 wurde Kommunikation auf Augenhöhe diskutiert. Christina-Dorothea Schlichting, Director IT Communication and Group CollaborationVolkswagen AG, beschreibt in ihrem folgenden Fachbeitrag Aspekte der Kommunikation auf Augenhöhe sowie wichtige Learnings.

 

Mit der Digitalisierung steht in der Wirtschaft ein tiefgreifender Wandel bevor. Industrie 4.0, Entwicklung mit virtuellen Möglichkeiten, neue Vertriebskanäle mit zunehmend digitalen Kunden Touchpoints beschäftigen die meisten Unternehmen.

Und: die digitale Transformation hat auch gravierende Auswirkungen auf die Kommunikation in Unternehmen und Konzernen.

Damit meine ich insbesondere den Aspekt, dass eine digitale Kollaborationsplattform für Mitarbeiter die Grundlage für ein zunehmend auf digitalen Prozessen basierendes Unternehmen darstellt. Neben der technischen Bereitstellung einer solchen Plattform ist aber auch ein entsprechendes Mindset der Mitarbeiter die notwendige Basis, um Offenheit für Digitalisierung und Innovation zu ermöglichen und zu fördern. Nach meiner Beobachtung ist das nur mit hoher Transparenz in der Kommunikation auf allen Ebenen zu erreichen. Dazu braucht es vor allem offene Communities, die Inhalte, Themen und Wissen miteinander teilen.

Kollaboration und agile Methoden verändern unsere Kommunikationskanäle, beeinflussen die Kommunikationsstrukturen und damit auch Führungsstrukturen unaufhaltsam. Social Collaboration verändert die Arbeitswelt. Hierarchien werden aufgebrochen und der kollegiale Austausch zwischen Mitarbeitern und Führungskräften wird gefördert.

Vorgesetzte und Mitarbeiter diskutieren auf Augenhöhe, es gibt einen gezielten und hochwertigen Austausch zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, Aspekte aus anderen Bereichen fließen ein, Hierarchieebenen werden überwunden und der Austausch erfolgt über Standorte und Gesellschaften hinweg – zumindest, wenn es sich wie bei uns um einen internationalen großen Konzern handelt.

Was sind unsere Learnings in Bezug auf die Einführung von Social Collaboration?:

  • Nimm Dir Zeit bei der Einführungund kommuniziere Erfolge wie zum Beispiel gute laufende Communities, neue Anwendungsfälle oder neue Benutzergruppen.
  • Suche die Kollegen, die schnell den Mehrwert der Plattform und von Social Collaboration erkennen und aktiv dabei sind.
  • Bau dir mit diesen Kollegen eine Community aus Gleichgesinnten und Multiplikatoren.
  • Finde Führungskräfte in der Hierarchie, die als Magneten und Leuchttürme fungieren.
  • Probiere immer wieder neue Dinge aus und verwirf sie notfalls wieder.
  • Biete regelmäßig neue Features an und optimiere fortlaufend die User Experience – sowohl Kollegen mit einer hohen technischen Affinität als auch Kollegen mit Berührungsängsten und Zweifel kann man so für die Plattform interessieren und begeistern.
  • Nutze für die Plattform ein Standardprodukt; es ist fast egal welches, aber bleib im Standard – damit kannst Du Updates und Releases schnell realisieren.

Wenn mich jemand fragt, was es für Handlungsempfehlungen gibt, ist meine Antwort: Von einem solchen Projekt sind auch die Unternehmens- und Organisations-entwicklung betroffen. Für die Arbeit der Führungskräfte ist eine andere Form der Transparenz und Kommunikation erforderlich. Dieses „neue Arbeiten“ muss gelernt werden. Die Bedeutung von Vernetzung nimmt zu. Social Collaboration muss somit ein Bestandteil der Unternehmenskultur werden.

Es geht nicht nur um die Einführung einer Software, sondern es geht um eine Veränderung der Kommunikations- und Verhaltenskultur im Unternehmen, die erst Schritt für Schritt sichtbar wird. Das ist ein Prozess auf allen Ebenen.

Wenn diese Grundlage und die Bereitschaft Wissen zu teilen vorhanden ist, ist dies ein Indikator, um den Weg zu einem digitalen Unternehmen zu beschleunigen.

Vielen Dank, Frau Schlichting. Wer Christina Schlichting auf Twitter folgen möchte: @xiexingna

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.





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