IOM SUMMIT 2017 – Der Digital Workplace und der Weg zur digitalen Arbeitsorganisation

Wie die jüngste Blog-Parade der Competence Site gezeigt hat, gibt es weiterhin keine klare Antwort für die Schaffung neuer Arbeitsrealitäten (aka New Work). Der Weg in die digitale Zukunft der Arbeitsorganisation – mit all seinen Veränderungen – ist nach wie vor eher ein Experimentier- als ein klar abgestecktes Erklärungsfeld.

Es wird aber auch klar, dass die bestehenden Strukturen und Konzepte für die Organisation schon heute nicht mehr funktionieren – und in dem immer stärker digitalisierten Umfeld noch schwieriger zu Ergebnissen führen. Gründe hierfür sind sowohl die Anforderungen der Märkte (nach Agilität und Innovationsstärke) wie auch die Ansprüche der Mitarbeiter (nach flexiblerer als auch motivierender Unterstützung der Arbeit), denen die bestehenden Strukturen und Prinzipien nicht mehr gerecht werden.

Dem „digitalen Arbeitsplatz“ muss hierbei nach wie vor eine zentrale Stellung eingeräumt werden – auch wenn sicherlich die Technologie an sich nicht alles ist. Dennoch stellt eine skalierbare und entwicklungsfähige Infrastruktur-Plattform, die bestehende Informations-, Prozess- und Projektsysteme mit den bekannten sozialen Features – wie der Vernetzung von Mitarbeitern, der Verbesserung von Informations- und Wissensströmen sowie der Unterstützung von selbstbestimmten Adhoc-Zusammenarbeits- und Problemlösungsmöglichkeiten – verquickt, einen zentralen Hebel auf dem Weg zur digitalen Arbeitsorganisation dar.  Ferner bahnt sich aber auch gerade eine nächste Welle der digitalen Disruption an – die sowohl technologisch als auch organisatorisch ein weiteres Umdenken erfordert.

Insgesamt bleibt das Themenfeld rund um den „Digital Workplace“ damit weiter in Bewegung – und bietet auch für unsere September-Edition zum IOM SUMMIT wieder viel Diskussionsanlässe. Im Folgenden wollen wir kurz die drei thematischen Schwerpunkte darlegen:

Der Digital Workplace als ein wichtiger Hebel für die digitale Transformation

Nach wie vor zentraler Diskussionspunkt sind für uns beim IOM SUMMIT die Erfahrungswerte bei der Umsetzung von „digitalen Arbeitsplatzkonzepten“, die klassischerweise mehr als nur ein klassisches Mitarbeiterinformationssystem (aka Intranet) mit sozialen Features darstellen. Die Vision liegt hierbei vielmehr auf einer Plattform, die das digitale Erledigen auf Aufgabenstellungen optimal unterstützt – mit Zugriff auf alle notwendigen Informationen und Werkzeuge sowie der flexiblen Möglichkeit über den Austausch und die Vernetzung mit relevanten Personen im Unternehmen seine Aufgaben schneller, besser und effizienter zu lösen.

Die Ausgestaltung dieser Konzepte kann und ist immer sehr unterschiedlich und vielfältig. Zentrale Konzeptpfeiler sind aber immer wieder die klassischen sozialen Features wie Vernetzungsmöglichkeit von Personen mit Personen oder Informationen, Publish & Subscribe Pattern als Messaging-Modell sowie Kommentierungsmöglichkeiten entlang aller Informationsobjekte.

Diese Feature führen zu einem besseren Informationsfluss und damit zu einer höheren Transparenz über die Vorgänge und Veränderungen im Unternehmen. Die Offenlegung von Vorgängen und Veränderungen wiederum unterstützt jegliche Transformationsvorhaben – wie auch die Veränderung hin zu einem digitalen Geschäftsmodell.

Der „Digital Workplace“ nach dieser Machart wird damit sowohl zum „Enabler“ als auch „Trigger“ der digitalen Transformation. Denn dort – wo noch keine digitale Transformation angestossen ist, fördert die Offenlegung der Vorgänge – insbesondere der Mißstände – Diskussionen über eine Veränderung. Und dort – wo die Transformation schon initiiert wurde – unterstützt der „Digital Workplace“ mit seiner Offenlegung die Transparenz über den Fortschritt und Ergebnisse der Transformation.

Der „Digital Workplace“ muss damit als wichtiger Hebel für die digitale Transformation verstanden werden, braucht aber neben dem unterstützenden technologischen Konzept auch einen organisatorischen und kulturellen Entfaltungsfreiraum. Denn dort wo eine Zusammenarbeit jenseits von tradierten Prozessdefinitionen und Organisationsrichtlinien nicht erlaubt wird, kann sich ein selbstbestimmtes und problemlösungsorientiertes Arbeiten auch nicht entfalten.

An dieser Stelle stecken viele Unternehmen nach wie vor fest – weil die organisatorischen und kulturellen „Entfaltungsfreiräume“ oftmals gar nicht so schnell eingeräumt werden können – wie es oft von Nöten ist. Interessant sind hierbei immer wieder die Erfahrungen mit unterschiedlichen Ansätzen und Vorgehen bei der Etablierung dieser „Entfaltungsfreiräum“. Dies stellt den wesentlichen Gegenstand der Diskussionen auch beim diesjährigen IOM SUMMIT dar.

Die nächste Welle der digitalen Disruption für die Arbeit bauscht sich gerade auf!

Ein weiteres Diskussionsthema des diesjährigen IOM SUMMIT sind natürlich die Veränderungen für die Konzepte durch die neuen technologischen Schlagworte wie künstliche Intelligenz, Conversational UX, Machine Learning & Chatbots. Insbesondere das Thema „Chatbots“ bzw. intelligente Agentensysteme bietet dabei spannende Ansatzpunkte für eine neue „Employee Experience“, die einen erneuten Umbruch für die Technologienlandschaft am digitalen Arbeitsplatz bietet.

Zum einen sehen wir mit den intelligenten Technologien und Plattformen gerade eine zweite Welle der Disruption durch die digitale Arbeitswelt rollen, an deren Endpunkt neue Mensch-Maschinen-Schnittstellen zu definieren sind. Denn die selbstlernenden, intelligenten und automatisierten Systeme bieten grundsätzlich die Möglichkeit für Ansätze der „Substitution“ der Wissensarbeit. Schenkt man den Trendanalyse Glauben, so werden viele administrativen Tätigkeiten in Zukunft durch diese Systeme ersetzt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat der digitale Arbeitsplatz die Chance zur zentralen Benutzerschnittstelle für die administrativen Prozesse zu werden.

Zum anderen muss überlegt werden – welche Bereicherungen und Verbesserungen die intelligenten Agentensysteme für die Administration der digitalen Arbeitsplatz-Umgebungen in der nahen Zukunft bieten. Die Fragen dazu lauten – ob Chatbots beim Suchen, Filtern und Strukturieren von Informationen helfen können? Und – ob durch deren Einsatz das Engagement gesteigert werden kann? Ob Chatbots die Funktion von Moderatoren in internen Netzwerken übernehmen können? Und inwieweit Chatbots für strukturierte Koordinationsaufgaben von den Nutzern akzeptiert werden?

Insgesamt bieten die Agentensysteme für den Digital Workplace viele spannenden neuen Gestaltungsfelder, die nicht nur technologisch sondern auch organisatorisch zu konkretisieren und zu diskutieren sind. Dies soll beim IOM SUMMIT entlang der verschiedenen Keynote-Vorträge und Workshops geschehen.

Die Organisation muss nun endlich auf digitale Pfeiler gestellt werden – und das nicht nur technologisch!

Letztlich geht es dann auf dem Weg zur digitalen Arbeitsorganisation – natürlich nicht nur um die technologische Umsetzung, sondern auch um die Organisatorische. Schon im letzten Jahr konnten wir von Lee Bryant hören, welche neuen organisatorischen Prinzipien es für die digitale Organisation braucht. Zentrales Thema war der Gedanke – die Organisation in Zukunft als Plattform zu verstehen.

Nun stellt sich die Frage, wie der Weg dorthin zu gestalten ist und was die Erfolgsfaktoren bei der Idee von der Organisation als Plattform zu berücksichtigen sind. Hierbei ist zu klären, welche organisatorischen Prinzipien für die digitale Arbeitsorganisation wichtig ist. Des Weiteren braucht es einen auf breiter Linie angesetzten Prozess des Umdenkens der Mitarbeiter. Das Thema “Working Out Loud” stellt hierbei heiß diskutierten Ansatz – zum sozialen Erlernen der Vorzüge eines vernetzten Arbeitens. Schließlich müssen die Führungsprinzipien in transformatorischen Projekten thematisiert werden.

Diese und weitere Fragestellungen sind ebenfalls Thema in verschiedenen Sessions am ersten und zweiten Konferenztag des IOM SUMMIT. Insgesamt glauben wir daher, dass der IOM SUMMIT auch in diesem Jahr wieder sehr spannend wird – die Zusagen bei den Keynotes mit Jonathan Phillips, Stephanie Borgert und Dr. Bodo Antonic bieten bereits viel Potenzial. Die Projektberichte u.a. von Bosch, Deutsche Post DHL, E.ON, MAM Babyartikel, Rohde & Schwarz oder Stadtwerke Krefeld versprechen darüberhinaus viel Einblick in Praxiserfahrungen.

Wir würden uns daher sehr freuen, wenn wir auch Sie für das Programm begeistern könnten.







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