#ioms17 Dr. Bodo Antonic über Diät und Spielregelabbau, und was das mit Agilität zu tun hat.

Wer denkt nicht bei der Digitalen Transformation an eine Organisation im Wandel – Agilität schwingt mal leiser, mal lauter artikuliert, mit. Dass unsere künftige Arbeit agil daherzukommen habe, ist als Forderung flott formuliert. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter?

Dr. Bodo Antonic, die kontur, liebt Veränderung. Vorträge sowie Keynote betrachtet er hierfür als wirksame Instrumente. Mit seiner Keynote “Prinzipien für die Agilität in der Zukunft der Arbeit” wird er diese seine Aussage nicht nur beweisen, sondern uns mit gewohnt knackige Statements ordentlich auf die agilen Sprünge helfen.

Das können wir (nicht zu letzt mit Blick auf seine Interviewantworten) erwarten, denn als restrukturierender Interimsmanager, Hochschullehrer und Redner hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Blick weit über den betriebswirtschaftlichen Tellerrand zu öffnen.

Herr Dr. Antonic, welche drei Schlagworte bringen Sie zum IOM Summit mit?

  1. #Transformation
  2. #Disruption
  3. #Abenteuer und Freude

Was bedeutet für Sie Agilität in der Zukunft der Arbeit?

  1. Spiel, Spaß und Spannung
  2. Geistig wache Menschen
  3. Überleben

Nun kann man sich heute kaum noch erlauben, den Begriff der Agilität nicht aufzuführen, will man vorne mit dabei sein bei denjenigen, die Veränderungen angehen oder das Wissen um solche verkaufen wollen. Was braucht es noch außer dem Einsatz agiler Methoden wie z. B. Scrum, um sich für diese Zukunft der Arbeit aufzustellen?

Scrum braucht es nicht, um agil zu sein. Scrum ist eine Methode in der Softwareentwicklung, dort ist sie gut aufgehoben.

Was wir brauchen? Einen veränderten Umgang mit Leben, Evolution und Veränderung. Wir gieren nach einem Vollkaskoleben, welches Kreativität und Beweglichkeit tötet. Wir streben nach gesichertem Leben und Überleben und was tun wir? Wir machen uns unbeweglich, werden satt und dick und sterben darüber. Paradox und idiotisch.

Was es also braucht? Eine Diät, welche uns wieder zwingt, beweglich zu werden. Oder eine Revolution der Attitüde. Beides wird es so nicht geben. Daher brauchen wir Menschen, die uns vorausgehen, die uns den Hunger auf Veränderung und Beweglichkeit als attraktiv erscheinen lassen. Rauchen und Übergewicht sind mittlerweile verpönt, warum nicht auch Unbeweglichkeit/mangelnde Agilität?

Immer häufiger ist neben agilen Methoden auch die Rede vom agilen Mindset. Wie lässt sich diese Haltung in bestehenden Strukturen entwickeln?

Das ist einfach zu beantworten, das ist mein Lieblingsthema.

Es gibt hier eine ganz einfache Methode, den Spielregelabbau. Wir können Organisationen sehr nachhaltig agilisieren, in dem wir 2 Dinge beherzigen: A) Spielregelabbau und B) eine bewegliche Sprache einführen, also eine verbenreiche Sprache des Tuns, anstatt eine Nomen-reiche Sprache der Unbeweglichkeit des Status quo zu nutzen.

Zur Abrundung, quasi als Nachtisch gereichen wir dann C) die Mäeutik, die sprachliche Infragestellung des Ist-Zustands.

Wollen wir agile Mindsets, brauchen wir eine wertschätzende Destabilisierung.

Welche Erwartungen haben Sie an den IOM Summit?

Intellektueller Austausch Aktives Auditorium Input

Vielen Dank, Herr Dr. Antonic.

Wir erleben Sie auf dem IOM Summit bei den Eröffnungskeynotes am 20.09.2017 – und freuen uns drauf.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.