#ioms17 Florian Dötterl: Wie E.ON via Cloud das Intranet zu den Mitarbeitenden bringt.

Ab in die Cloud – Wie das E.ON Intranet auf die Handys der Mitarbeiter kam, so lautet der Titel der Fallstudie, mit der Florian Dötterl und Sarah von Grudzinski auf dem #ioms17 über ihre Erfahrungen berichten.

Florian Dötterl, der die konzernweite interne Kommunikation bei E.ON verantwortet, gewährt uns vorab einige Einblicke. Florian Dötterl sieht sich immer auf der Suche nach innovativen und digitalen Herausforderungen, die das Unternehmen voranbringen. Seine Schwerpunkte sind: Kulturwandel, neue Content-Formate und Story Telling, Change-Kommunikation, digitale Transformation, Brand Engagement.

Sarah von Grudzinski führte als Projektleiterin bei E.ON das Social Intranet ein. Sie ist im Bereich Interne Kommunikation zuhause und kümmert sich dort um die digitalen Kanäle.

Herr Dötterl, welche drei Schlagworte bringen Sie zum IOM Summit mit?

#einfachmalmachen #MitarbeiterMögensMobil #Cloudisfaster

„Ab in die Cloud“ heißt Ihr Vortrag, aber viele Unternehmen schrecken davor noch zurück. Was hat Sie von einer cloudbasierten Lösung überzeugt?

Wir wollten schnell sein. 10 Monate nach dem „Go“ vom Vorstand haben wir konzernweit ausgerollt. So was schaffen Sie nur, wenn Sie agil vorgehen. Und: Diese Geschwindigkeit ist nur in der Cloud denkbar.

Aber kann „die Lösung von der Stange“ in einem DAX-Unternehmen funktionieren?

Keine Frage, ‚Cloud‘ heißt auch Selbstdisziplinierung: Wir können uns nicht alles so umprogrammieren lassen, wie wir es gerne hätten. Wir sind aber ganz bewusst im Standard geblieben, spielen ständig neue Funktionen ein und können schnell und günstig auf die nächste Version updaten. Dazu kommt: Bei aller Zufriedenheit mit dem Produkt Coyo: IT-Systeme – zumal im Bereich digitaler Kommunikaiton – sind heute nicht mehr für die Ewigkeit gebaut.

Wir wissen heute schlichtweg nicht, wie der digitale Arbeitsplatz in drei Jahren aussehen wird. Wir haben jetzt mit überschaubarer Investition einen riesen Schritt gemacht und bleiben trotzdem flexibel und offen für neue Entwicklungen.

Warum rücken die Handys der Mitarbeitenden in den Vordergrund, wenn das Intranet auch gut über den Arbeitsplatzrechner erreichbar ist?

Für uns alle ist es im privaten Bereich selbstverständlich, über Smart Phone in Echtzeit informiert zu bleiben und zu kommunizieren, egal wo ich bin. Wie wollen Sie den Millenials erklären, die frisch von der Uni kommen, dass so etwas im Unternehmen nur am Rechner funktioniert oder nach der nervenaufreibenden Eingabe eines One-Time-Password?

Das gilt genauso für Manager, die am ehesten Zeit für Posts und Kommentare finden, wenn sie unterwegs sind, am Flughafen oder im Taxi.

Deshalb war entscheidend, dass unser Social Intranet komplett mobil funktioniert. Und übrigens auch auf privaten Geräten genutzt werden darf, denn nicht alle Mitarbeiter haben ein dienstliches Smart Phone. Aber ohne die klugen Köpfe aus unserer IT und vorausschauende Arbeitnehmervertreter und HR-Kollegen hätte es nicht geklappt.

Ist für Sie das Social Intranet ein Meilenstein mit dem langfristigen Ziel, einen Digital Workplace einzuführen? Was bekommen die E.ON-Mitarbeiter heute im Intranet geboten?

Für uns war wichtig, drei Dinge an einem Ort zu vereinen: Die klassischen Unternehmensnachrichten mit Dialogmöglichkeit, den schnellen Austausch im Unternehmen für alle – sozusagen ein E.ON-Twitter – und die Kollaborations-Tools für Communities und Projekte. Wir als Unternehmenskommunikation haben das ganz bewusst getan – denn wir wollen eine möglichst große Reichweite für Unternehmensnachrichten und wir wollen da kommunizieren, wo die Mitarbeiter sich austauschen.

Die Trennung in ein offizielles Hochglanz-TopDown-Medium und einen schnellen, informellen Peer-to-Peer-Dialog war für uns nicht zeitgemäß. Reichweite und Kulturwandel waren für uns entscheidend. Am Ende ist es auch ein bedeutender Schritt Richtung Digital Workplace, was aber nicht unser primäres Ziel war.

Wie gut wird das neue Intranet angenommen?

Obwohl noch nicht alle Einheiten auf die neue Plattform gewechselt sind, erreichen wir zwei Drittel der Mitarbeiter mindestens einmal pro Woche – die meisten täglich. Wir registrieren etwa 7.000 Likes und je 2.000 Kommentare und Posts pro Woche. In einer Umfrage wollen wir rausfinden: Welche Benefits sehen die User, welche Funktionen vermissen sie und brauchen sie mehr Training. Die Ergebnisse werden wir zum IOM Summit mitbringen.

Aber eins haben wir schon verinnerlicht: Im Social Intranet muss jeder, auch wir als Kommunikatoren, wirklich kreativ sein, um die Mitarbeiter zu packen. Unsere Inhalte müssen Service bieten, auch mal witzig sein und visuell packend.

Was sind Ihre Erwartungen an den IOM Summit 2017?

Einmal im Jahr genießen wir den Austausch in diesem renommierten Kreis, wo viele alte Hasen, aber immer auch neue Teilnehmer zusammen kommen. Als Kommunikatoren interessieren uns zwei Fragestellungen besonders: 1. Wir können wir digital und mobil noch attraktiver mit unseren Mitarbeitern kommunizieren – Stichwort Story Telling, Bewegtbild, digitale Kampagnen. 2. Wie können Kulturwandel vorantreiben und noch mehr Mitarbeiter als digitale Wissensarbeiter und agile Innovatoren begeistern? Die digitale Transformation muss im Unternehmen gelebt werden und kann zum echten Wettbewerbsvorteil werden.

Vielen Dank, Herr Dötterl. Wir hören Sie und Frau von Grudzinski am 19.09.2017 und freuen uns auf Ihre Fallstudie.

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Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.