Die Nutzen der 2.0-Technologien mit den Compliance-Ansprüchen vereinen

Für mein zweites Interview zum IOM SUMMIT habe ich letzten Freitag am Rande unserer Veranstaltungsreihe “Social Web Breakfast” unseren Keynote-Speaker Dr. Ulrich Kampffmeyer von PROJECT CONSULT getroffen und ihn auch zu seiner Meinung über die Veränderungen im Markt befragt.

Dr. Ulrich Kampffmeyer ist Geschäftsführer der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung in Hamburg und beschäftigt sich seit 1982 mit den Themen des elektronischen Dokumenten-, Workflow- und Archivmanagements. Als international anerkanntes Branchen-Urgestein hat er an vielen Grundsätzen und Standardisierungsverfahren der DM-Branche mitgewirkt und ist ein Verfechter der Verfahrungsdokumentation und elektronischen Archivierung. Im gleichen Atemzug sieht er aber auch den Bedarf für ein Umdenken bezüglich der klassischen Dokumentenmanagement-Prozesse. Denn die 2.0-Anwendungen bringen für ihn in Bezug auf die allgegenwärtige Verfügbarkeit des Zugriffes auf Informationen und der “Leichtigkeit” bezüglich ihrer Bedienbarkeit eine neue Erwartungshaltung, denen sich auch die Dokumenten-Technologien nicht verschließen können.

Bei allen Hypes um einzelne Themen und Anwendungen sieht er den Bedarf eines Öffnens der Technologieansätze (auf Seiten der Anwendungskonzepte). So müssen die neuen Nutzen aus den “Easy-to-use”-Oberflächen und den kollaborativen Anwendungskonzepten mit den gesetzeskonformen Anforderungen der Kontrolle bzw. der “Compliance” und “Governance” über die Information zusammengebracht werden. Die “Welten” sind nach Dr. Kampffmeyer nicht mehr trennbar – dies gilt auch in Hinsicht auf die Reichweite bzw. den Anwendungsbereich der Systeme. So ist für ihn die Unterscheidung der internen und externen Nutzung von Dokumenten in Zeiten von Social Networks nicht eindeutig durchsetzbar. Statt der systemtechnischen Abriegelung oder überdimensionierten Regelungssystem sieht er die Notwendigkeit, dass Unternehmen wieder stärker auf die Schaffung und Schärfung eines Verantwortungsbewusstseins bei den Mitarbeitern setzen müssen. Seine Bedenken gehen dabei auch in Richtung des Bedarfs nach einem neuen ordnungspolitischen Rahmen. In Deutschland ist die rechtliche Situation diesbezüglich sehr strikt und lässt per Gesetz wenig Spielraum für Freiheiten bzgl. der Anwendung neuer Technologien – andere Länder sind hier nach seinen Worten “wesentlich weiter fortgeschrittener”.

Insbesondere in Bezug auf die letzten Punkte werden wir sicherlich im Rahmen des IOM SUMMIT noch tiefergehend diskutieren. Hier nun aber erstmal das Video:

(Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=n9DKlVBABns)

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