CeBIT Social Business Arena Interview-Reihe – Heute mit Stephan Grabmeier (Innovation Evangelist GmbH)

CeBIT Social Business Arena Interview - Stephan GrabmeierStephan Grabmeier war viele Jahre Mr. Enterprise 2.0 der Deutschen Telekom AG. Er gilt als Vor- und Querdenker zur Zukunft der Arbeit. Für seine Umsetzung in Enterprise 2.0 wurde er mit zahlreichen Awards ausgezeichnet. 2011 erschien sein Buch „Auf dem Weg zur Organisation 2.0 – Mut zur Unsicherheit“. Grabmeier ist einer der wenigen Berater weltweit, der Enterprise 2.0 für einen DAX Konzern mehrere Jahre verantwortet hat. Er berät Vorstände und Unternehmen auf dem Weg zur Social Enterprise und hilft Ihnen schneller zu innovieren. Mehr über Stephan Grabmeier und seine Arbeit findet man auf der Webseite www.innovation-evangelists.com.

Wo stehen wir beim Thema “Social Collaboration/Business” in Deutschland?

Wir befinden uns noch im Startblock. Einige CEOs haben sich schon auf die Tartanbahn bewegt, andere haben sich für das Rennen noch nicht mal warm gemacht. Meine Erfahrungen zeigen, die wenigen Organisationen die ernsthaft mit Social begonnen haben machen positive Erfahrungen, die getroffenen Annahmen bestätigen sich. Diejenigen die keinen 360° Blick und keine transformatorische Absicht mit Social haben stehen nach 3-4 Jahren Mitten im Tal der Tränen und müssen sich gegenüber Ihren Vorständen und Stakeholdern rechtfertigen für was so viel Geld ausgegeben und was erreicht wurde.

Gartner hat aufgezeigt, daß 80% der Social Business Projekte bis 2016 ihre Ziele verfehlen werden. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Wenn Social Business keinen Impact zur Business Strategie hat, wenn es nicht als radikale Verhaltensänderung in der Führungskultur umgesetzt wird und wenn es nicht als Unternehmensentwicklung gesehen wird, dann wird jedes Social Projekt großes Potenzial verschenken.

Ich lehne mittlerweile Aufträge ab von Kunden die „eine Social Plattform“ einführen wollen und deren Vorständen der nötige Ernst fehlt ihr Unternehmen zu transformieren, Kulturen zu verändern und Organisationen neu zu designen.

Was sind die Herausforderungen für 2014?

CEOs müssen sich dem Thema verstärkt annehmen. Die Komplexität der Gegenwart lässt sich nicht mehr mit linearen Management Methoden des letzten Jahrhunderts bewältigen. Es wird Zeit in das Thema Social zu investieren, um die Unternehmen neu zu designen und fit für die Zukunft zu machen.

Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?

Wie Unternehmenslenker Ihre Unternehmen transformieren können. Es gibt wenige aber gute Beispiele von Unternehmen die den Weg richtig eingeschlagen haben. Das Thema muss raus aus der Projekt Ebene und dem Management deutlicher gemacht werden. Ich würde mir ein höheres C-Level wünschen, die auf dem Podium Rede und Antwort stehen warum sie gut sind oder warum sie noch nicht in die Zukunft Ihres Unternehmens investiert haben.

Herr Grabmeier, vielen Dank für das Interview! 

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Andreas Schulze-Kopp
Andreas Schulze-Kopp ist als Enterprise 2.0 Berater tätig und begleitet Unternehmen auf ihrem Weg zum Social Business. Von der Anfangsanalyse über die potentiellen Prozessoptimierungen, bis zur Einführung und dem Coaching der Mitarbeiter. Durch Euphorie, Begeisterung und dem Aufzeigen von Mehrwerten, versucht er Unternehmen von der ständig stärker werdenden Bedeutung einer internen sozialen Kommunikationsstruktur zu überzeugen und zu begeistern. Außerdem ist er aktiver Blogger und als zertifizierter Social Media Manager (SMA) ein bekennender Fan der sozialen Netzwerke. Außerdem ist er Autor des Fachbuches 'Enterprise 2.0: Social Software auf dem Vormarsch - Gekommen, um zu bleiben', Blogger auf dem Enterprise 2.0 Blog und Co-Moderator der Enterprise 2.0 Gruppe auf Xing und auf Google+.