Christian Schmidt: Kein Digital Workplace ohne Social Collaboration und Enterprise 2.0!

Christian SchmidtAuch heute haben wir wieder ein paar spannende Antworten zu unseren Fragen aus der Experten-Interview-Reihe “Digital Workplace Revolution 2015”. Diesmal mit Christian Schmidt vom Arena-Partner Know How! AG. Er ist dort für den Bereich „Strategic Partners and Alliances“ sowie für das Themengebiet „Enabling Enterprise 2.0“ verantwortlich.

1) Was steckt für Sie hinter den Schlagworten “Social Collaboration”, “Enterprise 2.0” und “Digital Workplace”? Was ist Ihre Erklärung für das Thema und seine Bedeutung?

Wie bei vielen Trend-Themen gibt es auch in der Social-Business-Welt viele Begriffe, die im Prinzip das gleiche meinen, aber anders heißen. Bestes Beispiel sind für mich hier die Begriffe Social Business und Enterprise 2.0. Enterprise 2.0 ist ja bereits seit längerem vielen Personen ein Begriff und bedeutet für mich die Verwendung von Social Media Tools innerhalb von Unternehmen. Natürlich bleibt der Einsatz von diesen Werkzeugen nicht ohne Folgen für die Art und Weise, wie wir innerhalb von Unternehmen zusammenarbeiten. Durch Social Media Tools arbeiten wir kollaborativer zusammen, wir teilen Wissen im Wiki, nutzen File-Sharing oder Instant Messaging via Lync. Das ist für mich Social Collaboration!

2015 scheint mir das Jahr des Digital Workplace zu werden: Denn der Begriff dominiert zunehmend die Kongressprogramme, Pitches und Kundengespräche. Digital Workplace ist für mich noch eine Spur mehr als Social Collaboration: Digital Workplace inkludiert die vollständige Digitalisierung der Arbeitsprozesse unabhängig von Ort und Zeit. Hierbei hat für mich das Thema „mobiles Arbeiten“, ermöglicht durch smarte IT-Infrastruktur, eine große Bedeutung. Dabei spielt natürlich auch Cloud Computing eine wichtige Rolle. In einem Satz zusammengefasst: Kein Digital Workplace ohne Social Collaboration und Enterprise 2.0.

2) Warum sind bei diesem Thema auch Ende 2014 noch keine substantiellen Erfolge und Veränderungen in der Breite der Unternehmen zu erkennen?

Es gibt in Deutschland natürlich einige sogenannte Leuchtturmprojekte, wenn ich da nur an unseren Kunden Bosch denke, den wir nun schon seit über zwei Jahren begleiten. Doch ein derartiger Wandel hin zu einem Enterprise 2.0 kann über Jahre dauern. Hinzu kommt die „German Angst“ bei Themen wie Social Media und Cloud Computing. Meiner Meinung nach machen viele Unternehmen den Fehler zu denken: „Nun da wir das tolle und innovative Social Business Tool haben, klappt das mit der digitalen Transformation sicher wie von alleine.“

Dies ist (leider) nicht so, denn ein Social Business Tool macht noch keine Social Collaboration. Kurz gesagt ohne Enabling der Mitarbeiter wird die digitale Transformation nicht gelingen.

3) Was macht für Sie eine gute Strategie zum Thema “Social Collaboration” & “Digital Workplace” aus?

Eine gute „Social Collaboration & Digital Workplace“- Strategie integriert sich zum einen in die definierte Unternehmensstrategie, trägt dadurch langfristig zur besseren Erreichung der Unternehmensziele bei und berücksichtigt unter anderem auch unterschiedliche Zielgruppen bei der operativen Umsetzung. Hierbei ist es wichtig, bereits zu Beginn des Projektes Multiplikatoren für das Thema zu finden. Des Weiteren sollte die Strategie auch das Enabling der verschiedenen Zielgruppen miteinbeziehen.

Es empfiehlt sich die Hauptzielgruppen: Führungskräfte, User und Community Manager zu unterscheiden und für diese passende Konzepte zu entwickeln.

4) Gibt es für Sie Prozessfelder, wo für das Thema relativ sicher “Quick Wins” erzielt werden können?

Wie bereits angesprochen dauert die digitale Transformation über einen längeren Zeitraum. Kurzfristig empfiehlt es sich Treiber und Innovatoren für das Thema zu begeistern und somit auch den „bottom-up“-Gedanken in den Transformationsprozess einfließen zu lassen.

Des Weiteren sage ich immer: „Machen Sie es Ihren Mitarbeitern so einfach wie möglich, auch Facebook & Co wären mit einer schlechten Usability nie so erfolgreich gewesen“.

5) Was ist Ihre zentrale Empfehlung für die Einführung und Etablierung dieser Konzepte im Unternehmen

Eine erfolgreiche Social Transformation kann nur gelingen, wenn diese durch Change- und Kommunikationsmaßnahmen begleitet, und wenn die Mitarbeiter ganzheitlich qualifiziert werden. Hierbei ist es wichtig, dass das Enabling zielgruppenspezifisch erfolgt.

Auch hierbei empfiehlt es sich wieder die Hauptzielgruppen: Führungskräfte, User und Community Manager und Ambassadoren zu unterscheiden.