Caroline Rünger: Den Anfang bildet immer eine Kultur, die von Vertrauen geprägt ist.

caroline_rüngerFür das heutige Experten-Interview freuen wir uns über die Antworten von Caroline Rünger. Sie ist Product Marketing Manager Enterprise Social bei Microsoft.

1) Was steckt für Dich/Sie hinter den Schlagworten “Social Collaboration”, “Enterprise 2.0” und “Digital Workplace”? Was ist Deine/Ihre Erklärung für das Thema und seine Bedeutung?

Seit 100 Jahren sind wir gewohnt, Maschinen und Prozesse zu bedienen. Wenn ich an Zeiterfassung, graue Cubicles in Großraumbüros und starre Prozesse denke, behaupte ich, wir haben uns in unserer Art zu arbeiten und zu denken, den Maschinen und Prozessen angepasst. Mit Social im Unternehmen sind wir jetzt an einem Wendepunkt angekommen, an dem wir Maschinen und Prozesse nicht mehr bedienen. Sie können uns dienen. Wir arbeiten wieder mit und für Menschen. Genau darin liegt für mich die Bedeutung – unabhängig von allen Schlagworten.

2) Warum sind bei diesem Thema auch Ende 2014 noch keine substantiellen Erfolge und Veränderungen in der Breite der Unternehmen zu erkennen?

Ist das so? Ich kann aus meinen Gesprächen mit Kunden und Partnern berichten, dass sich viele bereits mit neuen Wegen der Collaboration & Kommunikation – einem New Work Style – beschäftigen. Weil es eben heute gar nicht mehr anders geht. Unternehmen beginnen den Wissensarbeiter als Kern für die Wertschöpfung am Standort Deutschland zu begreifen. Mitarbeiter fordern mehr und mehr ein flexibles Arbeiten für sich ein. Diesen Herausforderungen stellen sicher viele Unternehmen & erarbeiten gemeinsam mit uns und unseren Partnern ihre Strategie. In vielen Gesprächen geht es aktuell darum, wie Möglichkeiten für Teams bereitgestellt werden können, um flexibler, ortsunabhängiger und effizienter zusammenzuarbeiten.

3) Was macht für Dich/Sie eine gute Strategie zum Thema “Social Collaboration” & “Digital Workplace” aus?

Eine gute Strategie beginnt bei der Frage: Was ist gute Arbeit. Denn die Antwort darauf hat eine wirtschaftliche Perspektive und stellt gleichzeitig auch den Wissensarbeiter an den Anfang der Wertschöpfungskette. Er ist die wichtigste Ressource für gute Arbeit(sergebnisse). Damit beginnt eine Social Strategie mit den langfristigen Unternehmenszielen und endet bei den Bedürfnissen der Mitarbeiter. Beide Enden lassen sich nur verknüpfen, wenn Unternehmer mit Social Tools eine flexible, offene und dynamische Kultur im eigenen Betrieb vorantreiben.

4) Gibt es für Dich/Sie Prozessfelder, wo für das Thema relativ sicher “Quick Wins” erzielt werden können?

Immer dort wo Menschen in kleinen Projektteams zusammenarbeiten und sich z.B. über verschiedene Standorte hinweg organisieren. Wo Menschen genervt sind von großen Mailverteilern oder Anhängen. Dort wo Menschen arbeiten, die sich bewusst sind, dass sie die Arbeit im Netzwerk weiterbringt.

5) Was ist Eure/Ihre zentrale Empfehlung für die Einführung und Etablierung dieser Konzepte im Unternehmen?

Social Kulturen, wie sie von Unternehmen wie hhp Berlin (https://www.youtube.com/watch?v=u0CPxqDlinE), Sixt (https://www.youtube.com/watch?v=1J1Pg2UYURM) oder Henkel (http://www.microsoft.com/de-de/news/pressemitteilung.aspx?id=534999) gelebt werden, sind eine Hilfestellung bei der Einführung. Gerade am Standort Deutschland können Unternehmen viel im Austausch mit anderen lernen und Fehler vermeiden. Den Anfang bildet immer eine Kultur, die von Vertrauen geprägt ist. Nur auf dieser Grundlage kann gute Arbeit entstehen.