#cebiteda16 Leuchtturm-Projekte zur digitalen Transformation aus Sicht Harald Schirmers

impuls_leuchtturmEs gibt zwei Möglichkeiten, dicht am Puls der digitalen Transformation zu sein: das eigene Erleben ist die eine, der Austausch mit denjenigen, die ihre Projekte zur digitalen Transformation zu Leuchtturmprojekten führen konnten, die andere.

Harald Schirmer, Manager Digital Transformation and Change bei der Continental AG, war lange Zeit als Pionier in seinem Unternehmen unterwegs, das ihn, wie erst kürzlich zu lesen war, allmählich in den Arbeits- und Denkweisen einholt. Auswirkungen eines Leuchttrum-Projektes?

Wir haben bei Harald nachgefragt und zuerst seine Hashtags für das Expert-Panel am 16.03. erbeten:

#KulturReichtum #MutAnfall #SecondDancer

Was sind aus Deiner Sicht Charakteristika eines Leuchtturmprojekts zur Digitalen Transformation?

  • Übertragbare Beispiele aus der Praxis, die einen erlebbaren, aussergewöhnlichen Mehrwert bieten
  • Stories, die sehr verständlich und nachvollziehbar neue “Räume” und Möglichkeiten aufmachen
  • Projekte, die über eine andere Haltung (Verhalten) besonderen Erfolg, Reichweite, Nachhaltigkeit oder Impact erzeugen

Einem (Leuchtturm-)Projekt wohnt naturgemäß ein Projektende inne. Wo siehst Du den Punkt oder Meilenstein, der die Digitale Transformation im Unternehmen als Erfolg wahrnehmen lässt?

  • profilfoto_harald_schirmerDie Idee von Projekten mit vorab definierten Zeiträumen und “Ende” sollte in einer immer weniger berechenbaren Zeit hinterfragt werden.
  • Eine Kulturveränderung als Projekt zu betreiben halte ich für einen Fehler.
  • Ein guter Indikator für ein erfolgreiches “Projekt” sind für mich weniger KPI’s als der Moment, in dem keiner mehr danach fragt.
  • Change beginnt für mich dann nachhaltig erfolgreich zu sein, wenn die Energie der Mitarbeiter in Neugier und Lernen geht (messbar an der Menge der Verbesserungswünsche).

Ihr habt bereits 2012 das Fundament für den Continental-Leuchtturm gelegt – wie stabil steht der Continental-Leuchtturm und welche neuen Signale sind seitdem dazugekommen?

  • Als Leuchtturm wurde das GUIDE Konzept bezeichnet, weil es so schön “greifbar” ist – dahinter steht jedoch eine Haltung und Kulturveränderung.
  • Leuchttüme stehen auf festem Grund – um im Bild zu bleiben, in einer digitalen VUCA Welt befinden wir uns im Ozean der Möglichkeiten (und Gefahren).
  • Die Haltung und das Selbstverständnis ist ungebrochen, macht Schule und wächst inzwischen über Karriere in neue Ebenen (Leadership).
  • Persönlich sehe ich das GUIDE Konzept als einen Teil des fruchtbaren Humuses, der heute Nährstoff für spannende neue Arbeitsformen, Themen und Erfolge steht – Working Out Loud, CoachNet, Workplace of the Future oder eben “Digitale Transformation”.

Ein Danke an Dich, Harald. Auf den Punkt gebracht, präzise und fast jede Aussage eines Statements würdig, zu dem wir Dich im Panel näher befragen können.

Ein Wort zu VUCA-Welt, falls der Begriff nicht geläufig sein sollte: Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Vieldeutigkeit) stehen als Kennzeichen für die sich verändernde Arbeitswelt. Wer sich einlesen möchte, dem / der sei der Blogbeitrag von Joachim Niemeier “Mit Enterprise 2.0 in einer VUCA-Welt erfolgreich sein” und zur Vertiefung das Buch “Arbeit in der VUCA-Welt” von Dr. Angelica Laurençon empfohlen.

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Ellen Trude
Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.