#cebiteda16 Panel Social Collaboration Technology – und es gibt sie in der Tat, die Unterschiede.

Der Panel-Titel “Social Collaboration Technology” lässt sicher das ein oder andere IT-Herz höher schlagen: wird es DIE Empfehlung geben, mit der man von der Cebit heim ins Unternehmen gehen und verkünden kann: Heureka, wir nehmen XXX?

Bevor Sie sich 51 kurzweiligen Minuten Diskussion widmen, sei jedoch schon verraten: es gibt sie nicht, die eine Empfehlung, und angemerkt sei: gut, dass es sie nicht gibt. Zum einen, und das wissen alle nur zu gut, sind in jedem Unternehmen die Bedingungen eben doch ein wenig anders als im anderen Unternehmen, und die allgemein gültige Definition und damit ein einheitliches Verständnis von Digitalisierung, Digital Workplace, Arbeiten 4.0 und mehr steht eh noch aus.

Zum anderen, und das macht das Panel interessant, unterliegen die jeweiligen Herangehensweisen und Schwerpunkte der Diskutierenden nicht dem sonst eher üblichen Harmonisierungsbedürfnis, sondern weisen Individualitäten und unterschiedliche Gewichtungen bezüglich Auswahl, Einsatz und Vorgehen im Umfeld der Social Collaboration Technologie aus. Und hierin liegt das wirkliche Heureka: es gibt die keine allgemein gültige Lösung, und wir sind, wie Dion Hinchcliffe in seinem einführenden Vortrag sehr anschaulich verdeutlicht, in einer Zeit angekommen, die nichts mehr gemein hat mit der technischen Implementierung eines Social Enterprise Network.

Drei thematische Schwerpunkte prägten Einführungsvortrag, Moderation und Diskussion:

Auch wenn die Begriffe Tool und Collaboration in Anbetracht des Panel-Themas sehr präsent daherkamen, waren die eigentlichen Hidden Champions die eher beiläufig erwähnten Aspekte wie

  • Die neueren Tools machen alles offen und sichtbar für alle und erlauben damit mehr Zusammenarbeit und Innovation für alle.
  • Früher mussten die Leute eingeladen werden, mitzuwirken, heut kann jeder partizipieren.
  • Es bedarf neuer Skills wie Working out Loud (WoL) oder Personal Knowledge Management in der Organisation, um Zugang zu allen Features zu erhalten.
  • Communities sind die neue Struktur in der Organisation, und mit Community Management arbeiten man besser.
  • Es geht im Unternehmen nicht um globale Produktivität, sondern um die des Einzelnen und des Teams – und in Ergänzung zu Dions These “If you will social, you need a community management”, sei ergänzt: die Produktivität von gemanagten Communities.

Das Zusammenspiel der Plattformen

Warum nutzen wir immer noch E-Mail? Weil alle E-Mail Server und Plattformen nahtlos vernetzt sind und zusammenwirken. Diesen “Reifegrad” lassen derzeitige Insellösungen der Social Collaboration Technologien vermissen und es gilt, dies zu verändern, auch wenn, wie Siegfried Lautenbacher glaubt, es das eine für alle geltende Social Network im Unternehmen niemals geben wird.

Potenziale hierzu bieten API-Schnittstellen und Open Source, aber auch Tools wie Slack oder HipChat als Social Layer in einem Ecosystem vernetzter kollaborativer Technologien. Allerdings lösen auch diese Tools keine Probleme, sie präsentieren aber in beeindruckender Weise andere Wege des Brückenbaus zwischen den Software-Inseln, und damit Brücken für die Menschen.

Fragt die Experten im Unternehmen, nicht den Messias.

Und ganz mitten hinein stellte ihn Dion Hinchcliffe: “You have to be in the middle of your work processes, in the middle of your tools, in the middle of your data” und er betont die Notwendigkeit klarer Ziele. Auch wenn hinsichtlich technologischer Aspekte in der Diskussion durchaus unterschiedliche Standpunkte deutlich wurden, so antworteten die Teilnehmenden doch recht übereinstimmend auf die Frage des Moderators Björn Negelmann, welche Empfehlungen für diejenigen, die starten, und diejenigen, die schon erste und weitere Schritte gegangen sind, gegeben werden können, z. B.:

  • Kommunikation so leicht wie möglich machen und vor allem, Aktivitätenströme nicht zu fürchten.
  • Erfolg ist keine Frage der Tools. Startet zu lernen, findet die Teams und identifiziert die Personas.
  • Arbeiten ist Kollaboration, sprecht mit den Experten und glaubt nicht denjenigen, die als Messias unterwegs sind, es sei denn, sie kommen aus der eigenen Organisation.

Ein Hashtag erbat Björn Negelmann zum Schluß von allen, um die Diskussion zu charakterisieren:

#stop worrying about the tool, #collaboration ecosystems, #better experience, #experiment, #don’t be afraid of inventing ad mentions, #dive in

Bevor Sie sich den Panel-Mitschnitt anschauen, folgender Hinweis: zu Beginn musste noch ein wenig an der Tonqualität gefeilt werden, aber nur zu Beginn, dann erhalten Sie den vollen Hörgenuss.

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Ellen Trude
Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.