Lutz Hirsch: Spricht bald das intelligente Intranet mit seinen Nutzern?

Gastbeitrag von Lutz Hirsch, HIRSCHTEC

Wie das Intranet der Zukunft tatsächlich aussehen wird? Das kann bei der so schnell voranschreitenden technologischen Entwicklung wohl niemand so ganz genau vorhersagen. Allerdings ist eines immer wieder zu beobachten: Was sich über zwei bis drei Jahre als Trend im Internet verfestigt, kommt circa zwei Jahre später auch ins Intranet. Zu den aktuell spannendsten Trends gehören dabei sicher die Entwicklungen im Bereich „Künstliche Intelligenz“ (KI).

Für viele Smartphone-Nutzer haben sich zum Beispiel Sprachdienste wie Google Now oder Siri bereits zu einem wichtigen – wenn nicht sogar unverzichtbaren – digitalen Assistenten im Alltag entwickelt. Stellt sich jedoch die Frage: Wie lässt sich KI zukünftig auch im Intranet einsetzen und welche Konsequenzen wird dies für die interne Kommunikation in Unternehmen haben?

Wie verhält sich der Nutzer? Das intelligente Intranet weiß es

Gut vorstellbar ist, dass es im intelligenten Intranet der Zukunft, das auf KI-Elementen basiert, keine genau definierten Personalisierungsregeln mehr geben wird, die händisch gepflegt werden müssen. Auch muss der Nutzer nicht länger selbst Personalisierungseinstellungen vornehmen, um die für ihn relevanten Inhalte ausgespielt zu bekommen. Vielmehr wird Folgendes der Fall sein: Das intelligente Intranet erkennt selbst die Nutzungsgewohnheiten seines Anwenders und präsentiert ihm entsprechend automatisiert Inhalte, Dokumente oder auch Kontakte, die zu seinem Anwendungsprofil passen.

Damit geht aber auch gleichzeitig einher, dass das Intranet der Zukunft sofort bemerkt, wenn Mitarbeiter sich mit Themen auseinandersetzen, die nicht zu ihrem Jobprofil gehören. Die Plattform spielt dem Nutzer dann bewusst andere Inhalte aus. Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Ein Mitarbeiter, der im Bereich Marketing arbeitet, sich aber permanent mit Themen wie Recruiting und Personalentwicklung beschäftigt, wird vom Intranet „angetriggert“, das ihm dann Inhalte aus dem Kernbereich seines Jobprofils liefert.

Die Sprachsteuerung wird zum unverzichtbaren Element

Darüber hinaus wird uns folgende Szenerie sicher immer häufiger im Arbeitsalltag begegnen: Mitarbeiter, die z. B. direkt in ihr Smartphone sprechen: „Hey Intranet, gib mir das neue Formular für Urlaubsanträge!“. Das gewünschte Formular wird ihnen dann direkt im Anschluss über das mobile Intranet angezeigt – ohne, dass der Mitarbeiter erst lange danach suchen muss. Die Sprachsteuerung, die Übermittlung von Befehlen an technische Geräte via Stimme, wird somit zum zentralen Element des Intranets.

Und wenn wir noch einmal auf die aus dem Privatleben bekannten digitalen Sprachassistenten wie Siri, Google Now, Alexa oder Cortana zurückkommen, dann ist auch dies sehr gut vorstellbar: Im PC, Laptop oder Smartphone eines Mitarbeiters ist ein Mikrofon und ein Lautsprecher verbaut. Mittels Sprachanalyse – und anhand der Gespräche, die der Angestellte im Büro führt – lässt sich dann evaluieren, welche Themen ihn besonders bewegen. Die hierzu passenden Inhalte werden ihm dann im Intranet bereitgestellt.

Trends aus dem privaten Alltag etablieren sich auch langfristig im beruflichen

Auch wenn dies alles nun ein klein wenig beängstigend und nach Datenüberwachung klingen mag, so steht doch eines fest: Was im privaten Umfeld schon lange gang und gäbe ist – vor allem im amerikanischen, asiatischen und russischen Raum – wird sich in den nächsten Jahren weiter etablieren und über kurz oder lang auch ins Intranet gelangen.


Über Lutz Hirsch:

Lutz Hirsch ist geschäftsführender Gesellschafter von HIRSCHTEC. 2005 gründete der Diplom-Physiker und Intranet Business Analyst die Hamburger Full-Service Intranet Agentur. HIRSCHTEC ist auf die Digitalisierung der internen Kommunikation und Zusammenarbeit spezialisiert und zählt laut BVDW-Ranking zu den Top 5 Intranet-Agenturen in Deutschland. Zu den Kunden von HIRSCHTEC gehören u. a. die Deutsche Bahn, RTL, Air Liquide, FRoSTA und Weleda.