Neue Features für MS Teams oder Microsoft’s nächster Schritt zum zentralen Employee Engagement Hub

Gestern gab Emma Williams (Corporate VP of Modern Workplace Verticals, Microsoft) einige Erweiterungen für MS Teams bekannt, mit denen die “Firstline Workers”  – sprich die Mitarbeiter ohne festen PC Arbeitsplatz – besser “nativ” in MS Teams unterstützt werden sollen. Hierzu gehören eine bessere Mobile Experience, die Integration des Schichtplanungstools “Microsoft Shift” sowie ein Lob- und Anerkennungswerkzeug. Damit legt Microsoft in zweierlei Hinsicht nach: (1) Ausweitung der potentiellen MS Teams-Nutzerbasis und (2) Integration und Verzahnung von HR-Anwendungsszenarien mit dem Digital Workplace.

Enterprise Messaging als “Digital Workplace Adoption Enabler”  für den “Firstline/Deskless/Blue-Collar Worker”

Lange Zeit fokussierte die Diskussion um Enterprise 2.0/Social Business und Digital Workplace vor allem auf den Potentialen der vernetzen Kommunikation und Zusammenarbeit für “Wissensarbeiter”. Aber natürlich bestehen die Unternehmen nicht nur aus diesen “Desktop/White-Collar”-Mitarbeitern, sondern auch jenen, die ohne festen Arbeitsplatz ihren Dienst am und für das Unternehmen und den Kunden erledigen. Hier spricht man von den “Blue Collar Worker” oder “Firstline Worker”. Abseits der Dienstleistungsbranchen sind in diesen Bereich immer noch die meisten Mitarbeiter beschäftigt – und wenn es darum geht, die digitale Transformation der Gesamt-Organization voranzutreiben – haperte es in der Vergangenheit vor allem in diesem Bereich.

Hier besteht bei vielen Unternehmen immer noch viel Nachholbedarf. Peter Geissler von Communardo schrieb dazu im Communardo-Blog:

Aktuell sind die Informationsquellen dieser Mitarbeiter meist die halbjährlich erscheinende Mitarbeiterzeitung oder ein Anschlag am schwarzen Brett. Produktverbesserungsvorschläge können sie allenfalls in einem bunten Briefkasten vor dem Personalbüro einwerfen. Wertvolles Kundenfeedback erreicht den Teamleiter bestenfalls in der nächsten Besprechung am Ende einer Woche.

Verschiedene Speziallösungen wie Staffbase oder Beekeeper.io haben in diesem Themenfeld ihren Anwendungsfokus. Aber auch für die Enterprise Messaging Plattformen wie Slack und MS Teams sind die “Firstline Workers” schon immer ein attraktives Potential gewesen. Das mobile Anwendungserlebnis steckt aber bei den Enterprise Messaging Apps gegenüber den Consumer Messaging Apps wie Whatsapp oder FB Messenger zurück. Da hat jetzt Microsoft mit der Verbesserung der mobile Experience nachgelegt – insbesondere das Senden von Sprachnachrichten sowie der Standort sind zwei Feature, bei denen die MS Teams App nun gegenüber Whatsapp aufschliesst und damit weniger Grund gibt die Whatsapp-Alternative zu nutzen.

Integration und Verzahnung von HR-Anwendungsszenarien mit dem Digital Workplace

Die Integration der Schichtenplanung in den Messaging-Kontext ist ein weiterer Zug – den Anwenderfokus in der App zu halten und damit den Informationsaustausch nach MS Team zu ziehen (weil der “bequeme” Nutzer dann doch gleich in der App bleibt). Mit der Zentralisierung der Informations- und Diskussionsströme bekommt MS Teams wiederum mehr Bedeutung für den Anwender, weil sie zur ersten Anlaufstelle bei Fragen wird, und damit im Kontext der digitalen Transformation der Organisation eine zentrale Funktion für die Befähigung und Befeuerung der Mitarbeiterteilhabe (Employee Engagement).

Gleichsam bringt Microsoft mit der Integration des Schichtenplanungswerkzeug (welches auf dem auslaufenden MS StaffHub basiert) auch ein klassisches HR-Anwendungsszenario in den Kontext der Digital Workplace Plattform von MS Office 365. Vor dem Hintergrund, dass der Digital Workplace der Förderung des Employee Engagements und der Employee Experience dienen soll, liegt auch hier Microsoft im Trend der Zeit.

Hier zahlt dann auch das “Praise Tool” ein, welches ebenfalls mit dem Update für MS Teams angekündigt wurde.

Fazit: Microsoft unterstreicht seinen Anspruch auf die Marktführerschaft im Enterprise Messaging Markt

Mit diesem Update baut Microsoft einmal mehr seine dominante Stellung im Digital Workplace Umfeld aus. Natürlich ist es immer eine Frage, ob das jeweilige Unternehmen eine Microsoft Office-Suite geprägte Organisation ist – oder nicht (als Alternative gibt es natürlich auch die Google G Suite und andere Cloud-Office-Angebote). Der Quasi-Standard von Word und Excel als Office-Formate, damit die Vormachtstellung von Office im Cloud-Office-Markt sowie die native Integration von MS Teams im Kontext von MS Office 365 gibt Slack und anderen Wettbewerbern wie RingCentral’s Glip & Co kaum wirkliche Chancen im Kontext der Großunternehmen.

Aber natürlich besteht die Welt nicht nur aus Großunternehmen – und nicht jedes Unternehmen ist ein Fan davon, sich in die Abhängigkeit eines Anbieter zu geben – dennoch markieren diese Entwicklungen im Enterprise Messaging Markt, dass die Karten durchaus langsam verteilt sind.

Wir sind gespannt, wie diese Entwicklungen in den Diskussionen beim Digital Workplace Tech FORUM gesehen werden. Mit Siegfried Lautenbacher von Beck et al haben wir in unserem Partnerkreis und im Programm ja durchaus auch jemanden, der der Entwicklung immer auch etwas Skepsis entgegen bringt. Auf der anderen Seite haben wir bei den Partnern und Expertendiskussionen noch Tino Schmidt (Communardo) und Julian Bahrs (IPI), die immer stärker die Microsoft-Flagge in den Wind halten.

Wie sehen Sie die Entwicklung? Ist der Kuchen bereits verteilt?

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Hier noch ein paar Links, die verschiedene Aspekte zum Thema Enterprise Messaging, MS Teams vs Slack vs Google Chat, Funktionen & Entwicklungen bei MS Teams sowie MS Teams vs MS StaffHub / MS Shift adressieren und mir bei der Erstellung des Beitrages dienten:

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Wenn Sie sich für das Thema Enterprise Messaging als zentrales Element der Digital Workplace Strategie interessieren, dann schauen Sie sich evt. auch dieses Seminarangebot an: Mit Messenger Apps zum Hub für den Digitalen Arbeitsplatz


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